Die Aufgabe von Pflege in der Rehabilitation ist ganzheitlich und effektiv

Das Pflegekonzept der Segeberger Kliniken Gruppe berücksichtigt Praxisleitlinien und sichert dadurch eine hohe Qualität. 

Frau vor Schwimmbecken

Unser Pflegemodell bildet und begründet die Grundlage unseres pflegerischen Handelns und unseres Verständnisses von Pflege. Bei einer theoriegeleiteten und begründeten Pflege handelt es sich bei uns um eine individuelle, reflektierende, ganzheitliche und aktivierende Pflege, die effektiv ist, die Einhaltung von Praxisleitlinien garantiert und damit eine hohe Qualität sichert. Die Pflege unserer Patienten ist ressourcenorientiert, fördert und erhält die vorhandenen Fähigkeiten eines Menschen.

Das Pflegekonzept in der Rehabilitation

Die Segeberger Kliniken orientieren sich an den Bedürfnismodellen von Liliane Juchli und Monika Krohwinkel. Bei ihrem Bedürfnismodell geht es um die Frage: „Was ist Pflege?“. Pflege wird vor allem als Hilfe/Unterstützung bei der Behebung von Defiziten gesehen, um die Lösung von Problemen und die Erfüllung von Bedürfnissen zu definieren. Die Pflege sieht und nimmt den Menschen als Ganzes wahr. Die Aufgabe der Pflege ist es, den Menschen in den Aktivitäten des täglichen Lebens zu unterstützen oder sie stellvertretend zu übernehmen. Weiterhin soll der Mensch in seinen Krisensituationen begleitet werden. Die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) sind als Orientierungshilfe für die Einschätzung der Ressourcen, Pflegeprobleme, Pflegeziele, Pflegeplanung und der Durchführung der Pflegemaßnahmen zu sehen. Sie werden nie als einzelne Elemente, sondern immer in ihrer Gesamtheit betrachtet. Die Pflege orientiert sich nicht ausschließlich an einer pathogenesen Sichtweise (Krankheitsentstehung und Bekämpfung von Gefahren), sondern an der Gesunderhaltung (Salutogenese), mit der Frage: „Was hält den Menschen gesund?" und nicht: „Was hat den Menschen krank gemacht?" Mithilfe der fördernden Prozesspflege von Monika Krohwinkel (ABEDL) unterstützen wir insbesondere unsere Rehabilitanden in der Wiedererlangung der Selbstständigkeit wobei die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht.

Die Ziele sind:

  • lernen, mit seinen Fähigkeiten umzugehen, 
  • größtmögliche Selbstständigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen, 
  • die Vermeidung des erlernten Nichtgebrauchs anleitend zu trainieren und zu festigen. 
  • Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. 

Wichtig für die aktivierende Rehabilitationspflege ist, eine Vertrauensbasis zu dem Patienten herzustellen. Grundlage dafür sind Empathie, Akzeptanz und Beziehungsarbeit. 

Die aktivierende Rehabilitationspflege

Die aktivierende Rehabilitationspflege beginnt im günstigsten Fall in der Akutphase. Sie ist eine Pflegeform, die sich an den Ressourcen und Fähigkeiten orientiert, Komplikationen vermindert und den Wiedereingliederungsprozess des Patienten in die Gesellschaft unterstützt. Dies befähigt den Patienten, den Alltag trotz psychischer und physischer Probleme wieder zuversichtlich bewältigen zu können. Dabei wird die aktivierende Rehabilitationspflege geprägt von einem bedürfnis- und ressourcenorientierten Handlungsansatz, das heißt, Wohlbefinden herstellen, Ängste und Schmerzen reduzieren sowie Gesundheitsressourcen beachten und fördern. Im Vordergrund steht dabei die Aktivierung und Mobilisation der kognitiven und/oder motorischen Funktionen. Die Gewohnheiten des Patienten werden dabei beachtet und es wird versucht, dessen Mitbestimmung und Eigenverantwortung für seine Gesundheit einzufordern. Voraussetzung für die aktivierende Rehabilitationspflege ist, dass die in den einzelnen Therapiebereichen erarbeiteten Fortschritte auch in den Stationsalltag umgesetzt werden. Dazu nehmen die zuständigen Pflegekräfte regelmäßig an interprofessionellen Fallbesprechungen und ärztlichen Visiten teil. In der aktivierenden Rehabilitationspflege werden die pflegenden Angehörigen für die Übernahme von häuslich relevanten Pflegemaßnahmen geschult sowie in die Vorbereitung der Patientenüberleitung in nachstationäre Versorgungsstrukturen einbezogen. 

Das Pflegesystem – patientenorientiert und individuell

Die Pflege ist patientenorientiert, individuell und vorwiegend in Form der Bereichspflege organisiert. Die 3-jährig examinierten Pflegekräfte sind für zugeordnete Patienten verantwortlich. Sie werden in ihren Tätigkeiten aufgabenbezogen von medizinischen Fachangestellten, Krankenpflegehelfern, Pflegeassistenten, Auszubildenden, Pflegehelfern und Servicekräften unterstützt. Damit ist eine pflegerische Kontinuität sichergestellt, die es ermöglicht, Beziehungsaufbau zu leisten. 

Qualitätssichernde Maßnahmen im Pflegebereich

Die Teambesprechung / interprofessionelle Besprechung / Mitarbeitergespräch

Das wichtigste Instrument in der Teamarbeit ist die Kommunikation zwischen den einzelnen am Rehaprozess beteiligten Berufsgruppen und Teammitgliedern. In wöchentlichen Teambesprechungen werden die Behandlungskonzepte im Hinblick auf die Behandlungsziele bzw. Rehaziele jedes einzelnen Patienten evaluiert, aktualisiert und daraufhin optimiert. Die Dienstübergabe dient der Weitergabe wichtiger Patienteninformationen an die nachfolgende Schicht. Als Medium dient das elektronische Pflegedokumentationssystem. 

Praxisleitlinien – Mindestvorgaben zur Orientierung

Die Praxisleitlinien sind allgemeingültige und akzeptierte Handlungsanweisungen, die den Aufgabenbereich und die Qualität der zu erbringenden Pflege definieren. Bei den Praxisleitlinien handelt es sich um Mindestvorgaben, d.h. darüber hinaus können zusätzliche Pflegehandlungen für den Patienten erfolgen. Um eine einheitliche Durchführung von pflegerischen Maßnahmen zu gewährleisten, orientieren sich die Pflegekräfte an den Praxisleitlinien. Die Leitlinien werden von der Pflege AG erarbeitet und richten sich an alle Pflegekräfte der Segeberger Kliniken. Durch eine regelmäßige Evaluation ist die Anpassung an neueste pflegewissenschaftliche Erkenntnisse gesichert. 

Pflegevisite – für Austausch und Hilfestellung

In den Pflegebereichen finden in regelmäßigen Abständen Pflegevisiten statt. Es werden pflegerische Tätigkeiten und Pflegeabläufe reflektiert und bewertet. Teilnehmer der Pflegevisite sind die Pflegedienstleitung sowie die zuständigen Pflegefachkräfte. 

Die Pflegevisite dient:

  1. der Reflektion der Prozessqualität (zur Bewertung des Pflegeverlaufs) 
  2. der Feststellung der Ergebnisqualität (durch Bewertung der durchgeführten Pflegemaßnahmen und Bewertung der Pflegeziele)
  3. der Erfassung der Strukturqualität (Bewertung der Organisation) 
  4. dem gegenseitigen Austausch und der Hilfestellung

Innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung / Einarbeitung neuer Mitarbeiter

Der Fortbildungsbedarf der Mitarbeiter wird aus drei Quellen ermittelt:

  • Gesetzliche Vorgaben
  • Innerbetriebliche Festlegungen und
  • Erfassung des Fortbildungsbedarfs unserer Mitarbeiter

Durch Angebote regelmäßiger Fort- und Weiterbildungen ist gewährleistet, dass sich die Pflegequalität stets an den aktuellen pflegewissenschaftlichen Standards orientiert. Veranstaltungen im Bereich Lebensrettende Sofortmaßnahmen, Hygiene, Arbeitssicherheit, Brandschutz etc. finden in der Regel einmal jährlich statt. Neue Mitarbeiter werden nach dem Einarbeitungskonzept eingearbeitet und beurteilt. Zu Beginn der Tätigkeit erhält jeder neue Mitarbeiter eine Begrüßungsmappe. Sie enthält wichtige Informationen, um sich im Unternehmen zurechtzufinden. Auf der Station findet anhand des Einarbeitungsformulars die spezielle Einarbeitung der Mitarbeiter statt. Es werden Erst-, Zwischen- und Abschlussgespräche geführt. Diese dienen der Zielkontrolle und Überprüfung.

Kommunikation – Garant für Zufriedenheit

Die Qualität der Kommunikation ist Garant für ein hohes Maß der Patienten,-Angehörigen- und Mitarbeiterzufriedenheit. Wichtig ist der respektvolle Umgang miteinander. Dieser schafft Vertrauen, Nähe und Zuversicht und ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Beziehungsprozess zwischen Pflegenden und Patienten und somit ein wichtiger Baustein in der Therapie. Regelmäßig finden Fortbildungsveranstaltungen zu den Themen Kommunikation und Kundenorientierung statt.

Beschwerdemanagement – Anregung für Verbesserungen

Die Nutzung von Kundenbeschwerden dient der Qualitätsverbesserung und der Steigerung der Kundenzufriedenheit. Unsere Patienten haben jederzeit die Möglichkeit, Probleme anzusprechen. Wir sehen Beschwerden als Anregung für Verbesserungen. Jede Beschwerde wird auf einem Beschwerdeformular dokumentiert und ausgewertet. Ggf. werden Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet, die auf ihren Erfolg hin überprüft werden.