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Invasive Diagnostik und Therapie

LINKSHERZKATHETERUNTERSUCHUNG

Unter einer Linksherzkatheteruntersuchung versteht man eine invasive Untersuchung des linken Herzens, insbesondere der Koronararterien mit Hilfe eines über eine periphere Arterie vorgeschobenen Katheters.
Eine Linksherzkatheteruntersuchung besteht aus folgenden diagnostischen Teilleistungen:

  • Druck- und Sauerstoffmessung in der Aorta und im linken Ventrikel
  • Kontrastmitteldarstellung des linken Ventrikels
  • Kontrastmitteldarstellung der Koronararterien

 

RECHTSHERZKATHETERUNTERSUCHUNG

Der Rechtsherzkatheter ist der sogenannte „kleine Katheter“.  Hierunter versteht man eine invasive Untersuchung  des Herzens über einen venösen Zugang. Der Rechtsherzkatheter dient unter anderem der Beurteilung der Druckverhältnisse im rechten Teil des Herzens und der Lungenarterien im Rahmen von bestimmten Herz- oder Lungenerkrankungen. Des Weiteren wird die Sauerstoffsättigung des Blutes bestimmt.

 

INVASIVER HERZULTRASCHALL (IVUS) INKLUSIVE VIRTUELLER HISTOLOGIE (VH)

Die Koronarangiographie mittels Röntgendurchleuchtung  und Kontrastmittel ermöglicht Aussagen über das Gefäßlumen. Als Goldstandart zur Beurteilung der Gefäßwand und der Plaquemorphologie hat sich in den letzten Jahren der intravaskuläre Ultraschall (IVUS) etabliert. Zusätzlich zu der qualitativen Aussage des konventionellen Graustufenbildes des IVUS erlaubt die virtuelle Histologie (VH) eine quantitative Bewertung der Plaquemorphologie. Der IVUS wird in unserem Herzkatheterlabor seit 2004 eingesetzt. Im Rahmen klinischer Studien wurde die virtuelle Histologie (VH) in 2006 in Bad Segeberg etabliert und steht seitdem zur Verfügung. Bei dem Verfahren werden die Radiofrequenzen, welche dem IVUS zu Grunde liegen, mit bestehenden Datensätzen verglichen und histologisch klassifiziert.

Es wird unterteilt in:

  • Fibröse Plaquebestandteile
  • Fibrös-lipidhaltige Plaquebestandteile
  • Kalzifizierte Plaquebestandteile
  • Nekrotische Plaquebestandteile

Die einzelnen Bestandteile werden farbig markiert und sowohl graphisch, als auch absolut/prozentual dargestellt. Somit ist es möglich, die Zusammensetzung des arterosklerotischen Plaques in vivo quantitativ zu erfassen.

 

DRUCKDRAHTMESSUNG

Bei der intrakoronaren Druckmessung wird ein mikroskopisch kleiner Drucksensor in die zu behandelnden Herzkranzgefäße eingeführt und der Druckabfall hinter den einzelnen Engstellen des Koronargefäßes gemessen. Die ermittelten Werte geben einen eindeutigen Hinweis darauf, welche individuelle Behandlung für einen Patienten notwendig ist.

 

ANGIOGRAPHIE

Angiographie nennt man die Darstellung von Blutgefäßen mittels diagnostischer Bildgebungsverfahren, beispielsweise Röntgen oder Magnetresonanztomografie. Hierzu wird ein Kontrastmittel, das heißt eine Substanz, welche den Bildkontrast verstärkt bzw. in der gewählten Untersuchungsmethode besonders gut sichtbar ist, in das Blutgefäß injiziert. Auf dem Bild der aufgenommenen Körperregion zeichnet sich dann der mit dem Kontrastmittel gefüllte Gefäßinnenraum ab. Das resultierende Bild nennt man Angiogramm.

 

ROTABLATION

Im Unterschied zur PTCA wird bei der Rotablation das Plaquematerial mit einem Fräskopf abgetragen. Es handelt sich um einen mit Diamantsplittern besetzten Bohrkopf, der über eine Gasturbine mit bis zu 200.000 Umdrehungen/ min. angetrieben wird. Die so abgetragenen Plaquepartikel (in Erythrozytengröße) werden durch das myokardiale Kapillarbett weggeschwemmt und abgebaut. Indikation: stark verkalkte, langstreckige und Ostiumstenosen. 

 

CUTTING BALLOON

Es handelt sich hierbei um einen Spezialballon, der je nach Größe drei oder vier Messerchen trägt. Diese richten sich beim Entfalten des Ballons auf und schneiden Längsschnitte in die Gefäßablagerungen bevor die Koronararterie von dem Ballon gedehnt wird. Ziel dieser Technik ist es, die elastischen Rückstellkräfte zu verringern oder sogar zu beseitigen, um so einen größeren Durchmesser des Gefäßes nach der Aufdehnung zu erzielen. Außerdem werden irreguläre Einrisse der Gefäßinnenhaut, die für akute Verschlüsse nach dem Ballonieren verantwortlich sein können, vermieden.

 

DRUG ELUTING BALLOON

Während der Ballondilatation in üblicher Technik wird gleichzeitig ein restenosehemmendes Medikament lokal in das Gewebe eingebracht.

 

IMPELLA®

Perkutanes Linksherzunterstützungssystem, das bei schlechter Herzleistung kreislaufunterstützend angewandt wird.

 

COREVALVE®

Kathetergestützt implantierbare, selbstentfaltende biologische Aortenklappenprothese bei Hochrisikopatienten mit Aortenklappenstenose. Eine aufwändige Herzoperation entfällt.


MITRACLIP®

Kathetergestützt implantierbarer Clip bei Hochrisikopatienten mit Mitralklappenisuffizienz. Eine aufwändige Herzoperation entfällt.

INTRAAORTALE BALLONPUMPE

Die intraaortale Ballonpumpe (IABP) ist ein System zur mechanischen Kreislaufunterstützung und wird vor allem bei schwerer Herzinsuffizienz nach Herzinfarkt und herzchirurgischen Eingriffen eingesetzt.

 

DIE STENTIMPLANTATION

Was ist ein Stent?

Ein Stent ist eine Gefäßstütze. Er dient der Aufdehnung von Gefäßverengungen der Herzkranzgefäße. Bei der therapeutischen Herzkranzgefäß-Erweiterung (PTCA) oder zur Vorbeugung von erneut auftretenden Verengungen (Restenosen) kann eine Implantation einer Gefäßstütze zur mechanischen Stabilisierung der Gefäßwand erforderlich sein.

Wie funktioniert ein Stent?

Ein Stent wird während einer Herzkatheter-Untersuchung eingesetzt. Er fixiert Kalk-Fragmente in den Gefäßen und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes im Gefäß, indem er die Oberfläche des Gefäßinnenraums glättet. Außerdem bewirkt ein Stent einen Widerstand gegen elastische Rückstellkräfte des aufgedehnten Gefäßabschnittes. Elastische Rückstellkräfte können folgendermaßen erklärt werden: Die Elastizität eines Gefäßes, die dessen Aufdehnung ermöglicht, bewirkt auch, dass sich das Gefäß nachträglich wieder etwas zusammenzieht. Der Stent wird, auf einem Ballonkatheter montiert und in das Blutgefäß eingeführt.

Der Untersucher bringt den Ballonkatheter in den blockierten Bereich der Arterie und inflatiert den Ballon. Die Inflation des Ballons führt dazu, dass sich der Stent ausdehnt und gegen die Gefäßwand drückt. Der Ballon wird dann deflatiert und herausgezogen. Der Stent bleibt permanent an seinem Platz, hält das Gefäß offen und verbessert so den Blutfluss.

Verschiedene Stentarten

Selbst entfaltender Stent: Dieser besteht aus einem feinen Stahlgitter. Das Stahlgitter wird im nicht entfalteten Zustand durch den Herzkatheter in die Gefäßverengung eingebracht. Eine den Stent umgebende Plastikhülle wird zurückgezogen, daraufhin entfaltet er sich. Seine Länge beträgt etwa 15 bis 20 Millimeter, der Stentdurchmesser ist ungefähr zehn bis 15 Prozent größer als der Durchmesser des Herzkranzgefäßes.

Ballon expandierender Stent: Dieser Stent ist ein Metalldrahtnetz, das sich im nicht entfalteten Zustand auf einem Ballon-Katheter befindet. Dieser Katheter dient zur Platzierung und Ausweitung des Stents. Durch die Ballonentfaltung wird der Stent über seine elastischen Grenzen hinaus plastisch verformt, also überdehnt, sodass seine Form nach der Ballondehnung erhalten bleibt.

Wann wird ein Stent in Herzkranzgefäße implantiert?

Stents werden bei Gefäßverengungen oder zur Vorbeugung einer erneut auftretenden Verengung (Restenose) in das Herzkranzgefäß implantiert. Weitere Gründe zur Implantation eines Stents sind:

  • Ein akuter Gefäßverschluss nach einer Herzkranzgefäß-Erweiterung (PTCA)
  • Verengungen oder Wiederverengungen im Verlauf eines Venenbypasses
  • Eine Abspaltung der Gefäßinnenwand während der PTCA, der so genannten Dissektion
  • Die Beherrschung von unüberwindbaren elastischen Rückstellkräften während der PTCA
Rotablation
Core Calve
Stent
Cutting Balloon
Impella