Spezielle Eingriffe zur dauerhaften Gewichtsreduktion

Im Adipositas Zentrum werden neben verschiedenen chirurgischen Verfahren nach dem neuesten Stand der medizinischen Technik auch Maßnahmen ohne Operation durchgeführt. Das wichtigste Element für den Erfolg aller Eingriffe bleibt jedoch: Ihre Mitarbeit!

Ärzte schauen nach unten

Mittels der sogenannten Schlüssellochtechnologie (minimalinvasiv-laparoskopisch) führen wir folgende Verfahren durch, die unsere Experten in einem Vorgespräch mit Ihnen abklären:

  • Schlauchmagen (Sleeve Gastrektomie)
  • Magenband (Magenband)
  • Magenbypass (Magenbypass)

Vor jedem Eingriff wird eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt, mit deren Hilfe der Zustand von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm festgestellt und Abnormalitäten ausgeschlossen werden können. 

Schlauchmagen

Schlauchmagen

Das Ziel dieses Verfahrens ist eine Verkleinerung des Magens, so dass nur noch kleine Mengen Nahrung aufgenommen werden können und die Sättigung sehr rasch eintritt. Aus dem sackartig geformten Magen wird durch Teilentfernung ein Schlauch gebildet, der nur noch geringe Nahrungsmengen aufnimmt. Hierdurch kommt es zu einem zügigen Gewichtsverlust bei gleichzeitiger Steigerung des Lebensgefühls. Das Verfahren ist inzwischen weltweit verbreitet, allerdings liegen noch keine Langzeitstudien vor. Eine Magenspiegelung ist weiterhin möglich.

Bie diesem Verfahren bleibt die Magenfunktion weitgehend erhalten, jedoch kann es im Verlauf zu Mangelerscheinungen kommen. Daher muss sich der Patient sein Leben lang einer regelmäßigen Nachsorge unterziehen. Die Schlauchmagenoperation ist eine unumkehrbare Operation. Bei permanentem Überessen kann sich der verbliebene Schlauchmagen erneut Weiten und den Sättigungseffekt verringern. 

Magenband

Magenband

Es ist das Ziel dieses Verfahrens, durch Einengen des Magendurchmessers im Eingangsbereich eine deutliche und dauerhafte Gewichtsreduktion zu erreichen (restriktives Verfahren). Dazu wird über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) ein Magenband in den Bauch eingeführt, das wie ein Gürtel den oberen Magenteil verengt, so dass ein kleiner Vormagen (Pouch) entsteht. Das Magenband ist mit Flüssigkeit gefüllt. Mit dem Füllstand der Flüssigkeit wird das Magenband enger oder weiter eingestellt. Dies erfolgt über ein Reservoir (Port), das unter der Haut liegt und mit dem Magenband verbunden ist. Erfolgt die Gewichtsreduktion nicht befriedigend, kann der Chirurg den Port unter der Haut punktieren und das Magenband durch Flüssigkeitszufuhr enger stellen.

Die Gewichtsreduktion wird erreicht, indem der Patient nur noch geringe Mengen Nahrung zu sich nehmen kann und diese durch das Magenband verzögert in den Restmengen gelangen. Die Patienten sind so gezwungen, die Nahrung gut zu kauen und es stellt sich bereits nach einer kleinen Portion ein Sättigungsgefühl ein.

Magenbypass

Magenbypass

Mit diesem Verfahren wird die Nährstoffaufnahme dadurch verringert, dass Verdauungspassagen umgangen (malabsorptives Verfahren) und gleichzeitig Nahrungsportionen reduziert werden (restriktives Verfahren). Hierbei wird der Magen kurz unterhalb der Speiseröhre abgetrennt, so dass nur ein winziger Vormagen (Pouch) bestehen bleibt. Anschließend wird weiter unten der Dünndarm geteilt und der untere Teil direkt mit dem Vormagen verbunden. So wird die Nahrung am größten Teil des Magens und an Strecken des Dünndarms vorbei geführt (Bypass). Der verbliebene obere Teil des Dünndarms (welcher noch mit dem Restmagen sowie Galle und Bauchspeicheldrüse verbunden ist) wird wiederum weiter unten mit dem Darm verbunden. Die Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse werden nun zu einem späteren Zeitpunkt in den Speisebrei geleitet und damit die Kalorienzufuhr aus der Nahrung reduziert. Eine Magenspiegelung ist nicht mehr möglich.

Die Gewichtsreduktion wird erreicht, in dem der Patient durch den kleinen Magenpouch nur noch geringe Mengen Nahrung zu sich nehmen kann. Zudem können viele Nahrungsbestandteile nicht vom Körper aufgenommen werden, weil die Nahrung direkt in den unteren Teil des Dünndarms umgeleitet wird. Bei diesem Verfahren treten im Verlauf Mangelerscheinungen im Vitamin- und Mineralhaushalt auf. Diese müssen ein Leben lang kontrolliert und durch Präparate ersetzt werden. Nach dem Konsum von zuckerreichen und fetthaltigen Nahrungsmitteln kann es zum sog. Dumping-Syndrom mit Kreislaufstörungen, Herzklopfen, Schwitzen, Schwindel und Zittern oder auch Fettstühlen kommen. Durch die Einhaltung von Ernährungsempfehlungen und Selbstkontrolle können diese Nebenwirkungen vermieden werden.

Unser Chirurgen-Team nimmt nach der Gewichtsabnahme auch die Umwandlungsoperation der überschüssigen Haut vor. Bei speziellen kosmetischen Fragestellungen arbeiten wir mit plastischen Chirurgen zusammen.

Ohne chirurgischen Eingriff: der Magenballon

Auch bei diesem Verfahren erfolgt vorab eine Magenspiegelung, um den Zustand von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm zu überprüfen. Werden keine Abnormitäten festgestellt, wird ein dehnbarer Ballon über die Speisröhre in den Magen eingeführt. Ist der Ballon in den Magen eingebracht, wird er mit einer Kochsalzlösung befüllt und schwimmt dann frei im Magen. Der Einsatz dauert etwa 30 Minuten. Der Ballon wird nach etwa sechs Monaten wieder entfernt oder bei Bedarf ersetzt.

Dieses Verfahren führt dazu, dass der Patient nur noch geringe Nahrungsmengen aufnehmen kann und dient insbesondere als Hilfsmittel bei vorgeschriebenen Diäten und als Unterstützung zur Veränderung des Essverhaltens. Der Magenballon ist für Patienten geeignet, die mindestens 40 Prozent über ihrem Idealgewicht wiegen und mit anderen Gewichtskontrollen keinen dauerhaften Gewichtsverlust erzielen konnten.