Implantation und Nachsorge aktiver Herzrhythmusimplantate

Ein Schwerpunkt der Klinik für Kardio- und Angiologie ist die Herzschrittmacher- und Defibrillator-Therapie.

In unserem Zentrum für Herzschrittmacher- und Defibrillator-Therapie bieten wir neben der gesamten Herzschrittmacher- und Defibrillator-Therapie Systeme zur Herzinsuffizienztherapie an. Darüber hinaus sind wir auf Sonden- und Systemexplantationen und komplexe Revisionseingriffe spezialisiert. Die Therapie erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Abteilungen der Rhythmologie und der Abteiilung für Herzinsuffizienz, um eine bestmögliche und individuelle Patientenversorgung zu gewährleisten. Sämtliche von uns implantierten Systeme sind dabei MRT-tauglich.

Leistungsspektrum

Implantation von:

  • Ein- und Zwei-Kammer-Herzschrittmacher
  • Ein- und Zwei-Kammer-ICD-Systemen
  • CRT-P und CRT-D
  • Kabelloser Schrittmacher ("Mini-Schrittmacher")
  • CCM-Systeme (Kardiale Kontraktilitätsmodulation)
  • HIS-Bündel-Schrittmacher
  • S-ICD (subcutaner Defibrillator)
  • Event-Recorder-Implantation
  • Aggregatwechsel sämtlicher Systeme
  • Sondenextraktionen (inkl. Laser-Extraktionen)

Schrittmacher- und Defibrillator-Ambulanz

Öffnungszeiten:

Montag:   08:30 - 13:00 Uhr
Dienstag: 08:30 - 13:00 Uhr
               14:00 - 17:00 Uhr
Freitag:   08:30 - 13:00 Uhr

Sowie nach Vereinbarung. Bei Notfällen sind wir jederzeit während unserer Sprechzeiten und über unsere Notaufnahmen zu erreichen.

Die regelmäßig Nachsorge von Herzschrittmacher- und Defibrillator-Systemen ist wesentlicher Bestandteil der Therapie und langsamen sowie schnellen Herzrhythmusstörungen. In unserer Spezialambulanz führen wir Kontrollen sämtlicher gängiger Systeme durch. Jährlich führt unser Team über 4.000 Kontrolluntersuchungen durch.

Zur Kontrolle bitte mitbringen:

  • Schrittmacher- / ICD-Ausweis
  • Überweisung des Hausarztes
  • Aktueller Medikamentenplan
  • Arztunterlagen und Befunde

Kontakt:
Sekretariat Cornelia Will
Tel. 04551 8024802
Fax: 04551 8024776

 

Telemedizin

In unserer Ambulanz steht eine telemedizinische Anbindung zur Verfügung. Studien haben gezeigt, dass die telemedizinische Versorgung Krankenhausaufenthalte verringert, Schlaganfälle reduzieren und inadäquate Schockabgaben verhindern kann. Auch eine Reduktion der Sterblichkeit konnte nachgewiesen werden. Patienten mit implantierten Defibrillatoren und Systemen zur Unterstützung der Herzinsuffizienz können so noch besser überwacht und die Therapie optimiert werden.

 

Ihr Klinikaufenthalt

Am Tag der stationären Aufnahme melden Sie sich mit einer Einweisung vom Hausarzt oder Kardiologen in der  Patientenaufnahme des Herzzentrums. Je nach Operation erwarten Sie in der Regel ein bis zwei Übernachtungen in der Klinik. Am Aufnahmetag erfolgt eine erneute ärztliche Untersuchung, eine Blutentnahme, eine ausführliche Aufklärung und gegebenenfalls eine Röntgenuntersuchung.

Am Tag der Operation werden Sie gebeten, nüchtern zu bleiben. Blutverdünner, wie Pradaxa, Xarelto, Eliquis oder Lixiana dürfen am OP-Tag nicht eingenommen werden. Marcumar kann in der Regel weiter eingenommen werden. Das gilt auch für ASS, Plavix, Ticagrelor oder Prasugrel. Am Tag nach der Operation erfolgt eine Kontrolle des Schrittmachers. Über weitere Kontrollen werden Sie am Tag ihrer Entlassung informiert.

Bitte beachten Sie, dass die OP-Wunde 10-14 Tage vor Wasser geschützt werden muss. Der entsprechende Arm auf der Implantationsseite sollte für mindestens vier Wochen geschont und nicht über die Horizontale gehoben werden. Die Haut wurde mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen, ein Fadenzug ist somit nicht notwendig.

Sie werden von uns einen Aggregatausweis bekommen, den Sie bitte immer mit sich führen. In diesem sind individuelle Systemeinstellungen vermerkt. Die nächste Kontrolle ist ca. nach vier Wochen nach Implantation notwendig. Diese kann in unserer Rhythmusambulanz sowie bei niedergelassenen Kollegen erfolgen.

Sollten noch Fragen offen sein, stehen wir Ihnen gern jederzeit zur Verfügung.

 

Verlauf einer Schrittmacher- /Defibrillator-OP

Nach allen Vorbereitungsmaßnahmen findet die OP in einer kurzen Schlafnarkose statt (eine Vollnarkose ist nicht notwendig). Zusätzlich erfolgt eine örtliche Betäubung. Es folgt ein kleiner Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeins. Über diesen wird die Schlüsselbeinvene punktiert und die Schrittmacher- und Defibrillatorelektroden in das Herz vorgeschoben und dort fest verankert. Bei guten Elektrodenmesswerten werden die Sonden sodann mit dem Aggregat verbunden. Dieses wird unter der Haut oder dem großen Brustmuskel implantiert. Die Wunde wird mit resorbierbarem Nahmaterial verschlossen. Ein Fadenzug ist somit nicht notwendig. Nach der etwas 30-minütigen Operation gelangen Sie wieder auf Ihr Stationszimmer.

 

Welche Schrittmacher- / Defibrillator-Systeme gibt es?

  • Ein- und Zwei-Kammer-Herzschrittmacher
  • Ein- und Zwei-Kammer-ICD-Systeme
  • Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)
  • Kabelloser Schrittmacher ("Mini-Schrittmacher")
  • CCM (Kardiale Kontraktilitätsmodulation)
  • Event-Recorder-Implantation