Weniger Schmerzen mit Schulterprothese

Wie bei Knie- oder Hüftprothesen ist es das Ziel, mit einer Schulterprothese das volle Bewegungsmaß wiederherzustellen. Aber auch eine reine Schmerzbeseitigung kann das Ziel sein.

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Es wird vom Schulterblatt und dem Oberarmknochen gebildet und durch Muskeln gesichert. Durch Gelenkerkrankungen, wie Arthrose oder unfallbedingten Knorpelabrieb, kann eine schmerzhafte Zerstörung des Gelenks resultieren. Wenn irreparable Schädigungen auftreten und eine Sehnennaht nicht mehr möglich ist, kommt es regelmäßig zu einer Kraftabschwächung der Schulter und Ausweitung einer Arthrose. In solchen Fällen kann die Implantation einer Schulterprothese angezeigt sein, um die Schmerzhaftigkeit zu reduzieren und die Funktion zu verbessern.

Das künstliche Schultergelenk

Jüngere Patienten , die ein knochenerhaltendes Implantat benötigen, können mit einem Oberflächenersatz versorgt werden. Dabei wird lediglich die verschlissene Gelenkfläche des Oberarmkopfes durch eine Metallkappe ersetzt. Besteht ein fortgeschrittener Gelenkverschleiß mit starker Veränderung des Oberarmkopfes und der Gelenkpfanne ist ein vollständiger Ersatz erforderlich. Dabei wird der Oberarmkopf durch eine gestielte metallische Prothese ersetzt. Die Oberarmkopfprothese wird zementiert oder zementfrei eingesetzt. Die künstliche Gelenkpfanne wird in der Regel mit Knochenzement fixiert.

Die Operation

In einem Vorgespräch hat der Operateur über alle die Operation beeinflussenden Faktoren mit Ihnen gesprochen. Die Schultergelenkersatz-Operation erfolgt völlig schmerzfrei in Teil- oder Vollnarkose. Die Dauer der Operation beträgt 45 bis 90 Minuten. Nach einem Hautschnitt wird der Deltamuskel beiseite gehalten und der Oberarmkopf entfernt. In den Oberarmknochen wird nun der Prothesenschaft eingebracht. Auf den Schaft wird ein passender Kopf aufgesteckt. Je nach Beeinträchtigung der natürlichen Pfanne wird diese nun ebenfalls präpariert und mit einer künstlichen Pfanne versehen. Nach dem Nähen der Haut erfolgt ein Wundverband.

So bereiten Sie sich auf Ihre Operation vor

Bereits vor der Operation sollte die Muskulatur trainiert werden. Das ist wichtig, um auch nach der Operation eine möglichst gute Beweglichkeit der Schulter zu erreichen. Dabei können Schmerzmittel helfen. Um das Narkoserisiko zu reduzieren, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt überprüfen, ob eventuelle andere Erkrankungen bestmöglich behandelt sind.

Nachbehandlung

Direkt nach der Operation wird der Arm auf einem Schulterabduktionskissen gelagert. Die nur falls notwendig eingebrachten vielleicht eingebrachten Wundrainageschläuche werden nach den ersten Tagen entfernt, Blutuntersuchungen gemacht und Röntgenkontrollen durchgeführt. Durch die Gabe von Schmerzmitteln sollten Sie kaum Schmerzen haben. Wichtig ist eine schnelle Mobilisation, dass Sie schnell auf die Beine kommen. Wir beginnen daher auch sehr zügig mit krankengymnastischen Übungen, die Ihr Arzt mit Ihnen festlegen wird.

Alle Sportarten, die eine kontinuierliche Bewegung der Schulter erfordern, sind grundsätzlich günstig. Dabei ist eine langsam steigernde Belastung ohne Überlastung wichtig. Durch eine gezielte , aber moderate Beanspruchung der Schulter erreichen Sie einen guten Muskelaufbau und eine Verbesserung der Beweglichkeit.