Erkrankung der Blase

Diagnostik – bildgebende Untersuchung durch Ultraschall

Bei der Diagnostik von Erkrankungen der Harnblase wenden wir in der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken folgende Diagnoseverfahren an:

Bildgebende Diagnostik:

  • Per Ultraschall werden Restharn, Steinbildung oder Wandveränderungen (Tumore) bestimmt
  • Bei der Zystographie wird die Blase mit Kontrastmittel aufgefüllt, um bei der Röntgenuntersuchung Lage, Form und Größe des Inhalts der Blase festzustellen und damit Veränderungen der Harnblase aufzuzeigen.

Endoskopische Diagnostik

  • Spiegelung von Harnröhre und Blase
  • Die Photodynamische Diagnostik (PDD) ist ein spezielles Verfahren, um Blasentumore sichtbar zu machen. Dabei wird eine photosensible Substanz eingegeben, die bei Bestrahlung mit Licht den Tumor sichtbar macht.

Urodynamik

Die Urodynamik (Blasendruckmessung) untersucht verschiedene Blasenentleerungsstörungen, z. B. Harninkontinenz. Der Eingriff ist ambulant möglich und erfolgt unter Röntgenkontrolle. Über einen transurethralen (über die Harnröhre) Katheter wird die Blase mit Flüssigkeit aufgefüllt. Mithilfe dieses transurethralen und eines transanalen Meßkatheters (über den Enddarm) können während der Füllungs- und Entleerungsphase der Blase sowohl in Ruhe als auch unter Belastung (Husten, Pressen) kontinuierlich Drücke abgeleitet werden. Die dadurch erzeugten Drücke werden von einem Computer ermittelt. Anhand der so gewonnenen Druckkurven kann der Arzt Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Inkontinenzform ziehen. Abnorme Drücke geben Hinweise auf zugrunde liegende Störungen im Bereich des Blasenmuskels oder des Blasenverschlussmechanismus.

Gutartige Erkrankungen der Blase

Blasenentzündung (Zystitis): Die häufigste Erkrankung der Harnblase ist die Blasenentzündung. Aufgrund einer kürzeren Harnröhre sind Frauen besonders häufig betroffen. Die Entzündung der Blasenwand entsteht dabei meist durch eine aufsteigende Bakterieninfektion durch die Harnröhre.

Überaktive Blase: Führt zu häufigem Harndrang ohne dass ein ausreichendes Urinvolumen in der Blase vorhanden ist. Männer und Frauen zwischen 30 und 50 Jahren sind betroffen. Die Ursache ist unklar.

Harninkontinenz: Zahlreiche Ursachen können für das Unvermögen, das Wasserlassen zu kontrollieren, verantwortlich sein. Männer und Frauen sind davon gleichfalls betroffen. Es können dabei Störungen von Harnblase, Harnröhre, Harnblasenschließmuskel, Beckenbodenmuskulatur oder Nerven vorliegen.

Blasendivertikel: Sind sackartige, selten angeborene Ausstülpungen der Harnblasenwand. Blasendivertikel können durch eine vergrößerte Prostata oder nach Verletzungen auftreten. Hinweise sind Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und sogenanntes zweiseitiges Wasserlassen. Dabei entleert sich zunächst die Blase und im Anschluss das Blasendivertikel.

Blasenruptur: Ein Harnblasenriss als Folge von äußerer Gewalteinwirkung auf die gefüllte Blase. Dabei tritt Urin in die Bauchhöhle aus. Symptome sind Unterbauchschmerzen, blutiger Urin und Harndrang mit erschwertem Wasserlassen.

Bösartige Erkrankungen der Blase

Blasenkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Jährlich treten 16.000 neue Fälle in Deutschland auf. Dabei sind Männer häufiger exponiert als Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Die häufigste Form ist das Urothel-Karzinom, das von der Schleimhaut der Blase ausgeht.

Als ursächlich für das Blasenkarzinom gelten Rauchen, Alkohol und der häufige Gebrauch von Schmerzmitteln. Erste Symptome sind blutiger Urin und häufiges Wasserlassen bei geringen Urinmengen. Diese Beschwerden können aber auch bei gutartigen Erkrankungen der Harnblase wie einer Entzündung auftreten.

Therapie und Behandlung

In der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken unterscheiden wir zwei Verfahren zur Therapie der Harnblase:

Endoskopisch transurethal (durch die Harnröhre):

  • Behandlung von Blasensteinen
  • Entfernung von Blasentumoren (sog. TUR-B) entsprechend der aktuellen Leitlinie mit photodynamischer Diagnostik (PDD)
  • Erweiterung des Blasenhalses (ggf. Laser-Inzision)
  • BOTOX-Behandlung der Blase bei überaktiver Blase
  • Instillationstherapie (Chemo-, Immuntherapie, Wandaufbau bei rezidivierenden Entzündungen

Offen chirurgisch:

  • Entfernung von Blasenwandveränderungen (z.B.: Aussackungen sogenannten Divertikeln)
  • Behandlung von Blasen-Scheiden-Fisteln
  • Entfernung von Teilen der Blasenwand
  • komplette Entfernung der Blase (sog. Zystektomie) mit verschiedenen Urinableitungen:
    • sog. Darmersatzblase (Neoblase)
    • kontinentes Stoma (Pouch)
    • Einpflanzung in die Haut über ein Darmsegment (Conduit) oder direkt.