Erkrankung des Hodens

Wir behandeln in der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken das gesamte Spektrum der Erkrankungen des Hodens:

Varikocele (Krampfaderbildung): In vielen Fällen muss hier keine Therapie erfolgen. Etwa 10 % der Männer sind von dieser Blutgefäßerkrankung am Geschlechtsorgan betroffen. Durch den erhöhten Druck in der Vene des Hodens kann es zur Schädigung des umliegenden Gewebes kommen. Der Rückstau kann eine Unfruchtbarkeit zur Folge haben, was zweifellos eine Therapie erforderlich machen kann.

Hydrozele (Wasserbruch): Ist die Ansammlung von Flüssigkeit um den Hoden herum. Die Erkrankung kann angeboren oder erworben sein. Hydrozelen bedürfen dann einer Therapie, wenn die erworbene Größe Probleme bereitet.

Spermatocele (Aussackung des Nebenhodens): Eine mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung des Nebenhodens. Im geringen Stadium verursachen die Spermatocele keine Beschwerden. Stellt sich ab einer gewissen Größe ein Druckschmerz ein, sollte die Spermatocele entfernt werden.

Hodentorsion: Kommt es zu einer Verdrehung des Hodens um die eigene Achse wird dadurch die Hodendurchblutung gestoppt. Schlagartige starke Schmerzen sind die Folge. Wird der Hoden nicht innerhalb von sechs Stunden zurückgedreht, stirbt er ab. Daher ist eine Hodentorsion ein absoluter Notfall und muss sofort ärztlich behandelt werden.

Hydatidentorsion: Die Verdrehung der Anhängsel am Hoden/Nebenhoden um die eigene Achse führt zu ähnlichen Beschwerden wie bei der Hodentorsion.

Hodenentzündung: Kann als eine Komplikation von Mumps oder als Folgeentzündung bei verschiedenen allgemeinen Infektionen (Typhus, Tuberkulose, Tripper) auftreten. Die Schmerzen bilden sich eher langsam. Dabei erwärmt sich der Hoden auf bis zu 40 Grad Celsius. Eine langfristige Medikamentierung mit Antibiotika ist hier angezeigt. Kommt es in Folge zu einer eitrigen Abzessbildung, müssen Hoden und Nebenhoden entfernt werden.

Hodenkrebs: Ist eine bösartige Erkrankung des Hodens und tritt bei etwa 10 von 100.000 Männern im jungen Alter auf. Symptome sind eine schmerzlose Vergrößerung des Hodens und eine tastbare Verhärtung. Erbliche Vorbelastung und ein Hodenhochstand sind mögliche Risikofaktoren, die zu einem Hodenkrebs führen können. Per Ultraschall lässt sich eine Verdachtsdiagnose erstellen. Zudem werden Blutuntersuchungen mit verschiedenen Tumormarkern durchgeführt.

Die Entfernung des betroffenen Hodens durch einen Leistenschnitt ist meist der erste Schritt in der Behandlung. Je nach Einteilung des Tumors im entfernten Hoden folgen weitere Untersuchungen (Stadieneinteilung) und die weitere Therapieplanung (Beobachtung, Strahlen- oder Chemotherapie).

Hodentumore haben insgesamt gesehen eine gute Heilungschance (je nach Stadium über 90 %), da sie sehr gut auf die genannten Therapien ansprechen.

Erkrankung des Penis

Vorhautenge (Phimose): Bei der Phimose lässt sich die Vorhaut nur unter Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen. Bei Neugeborenen normal, löst sich das Problem in der Regel bis zum Schulalter. Im Alter kann eine Phimose durch nachlassende Hautelastizität, wiederkehrende Entzündungen oder durch Narbenbildung nach Verletzungen wieder auftreten. In diesem Fall sollte die Vorhautenge behandelt werden.

Deviatio: Bei der Induratio penis plastica (Peyronie-Erkrankung) kommt es durch Entzündung (Entstehung bislang unklar) zu einer Verhärtung in den Hüllen der Schwellkörper (sog. Plaques). Diese führen bei einer Erektion zu Einziehung und/oder Verbiegung des Penis. Die Verbiegung (Deviatio) kann 90° betragen. Durch die Einziehung können Schmerzen bei der Erektion bis hin zur Unmöglichkeit des Geschlechtsverkehrs auftreten. Etwa in einem von fünf Fällen (20 %) bilden sich die Plaques wieder zurück.
Einen bewiesenen Effekt auf den Verlauf der Erkrankung hat bislang keine der konservativen Behandlungen (Medikamente/Bestrahlung/ESWT) erbracht. Erfolgversprechend sind hier aber die operativen Therapien.

Peniskarzinom: Bösartige Erkrankung des Penis. Sie tritt erst nach dem 60. Lebensjahr auf und ist sehr selten. Weniger als 600 Erkrankungen gibt es in Deutschland. Ursachen können chronisch entzündliche Veränderungen an Eichel und Vorhaut sein.

Behandlung und Therapie

Circumzision (Beschneidung) – komplett oder teilweise

  • Erweiterungsplastik (Weitung mit Erhalt der Vorhaut)
  • Sterilisation (Non-scalpell-Technik sog. NSV)
  • Hoden- und/oder Nebenhodenentfernung
  • Hodentumorentfernung durch Leistenschnitt
  • Leistenhodenoperation
  • Krampfaderbehandlung am Hoden (Varikozelenverödung oder laparoskopisch)
  • Implantation einer Hodenprothese
  • Aufrichtungsoperationen am Penisschaft bei Deviatio/IPP
    • Raffplastik (Nesbit)
    • Plaqueinzision
    • Plaqueexzision
  • Operationen bei Peniskarzinom
  • Hydrozelenentfernung (Wasserbruch)
  • Spermatozelenentfernung