Erkrankung der Harnröhre

Diagnostik – Abklärung durch Messung und bildgebende Diagnostik

In der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken führen wir zur Abklärung von Harnröhrenveränderungen folgende Untersuchungen durch:

  • Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) – dient der Erkennung von Harnröhrenengen
  • Harnröhrendarstellung mit Kontrastmittel (retrogrades Urethrogramm) – zur Erkennung von Engen, Divertikeln etc.
  • Röntgenkontrastdarstellung der Blase und Harnröhre gleichzeitig (MCU)
  • Ultraschalluntersuchung der Harnröhre – zunehmend bei Engen der Harnröhre, um die narbigen Wandveränderungen besser beurteilen zu können.
  • Spiegelung der Harnröhre (Urethroskopie) – meist mit einer Blasenspiegelung kombiniert –, um Engen, Tumore etc. direkt beurteilen zu können
  • Harnröhrenabstrich – zur Erkennung von Infektionserregern.

Gutartige Erkrankungen

Harnröhrenenge: Können durch Verletzungen erworben oder angeboren sein. Anfangs bestehen nur geringe Beschwerden. Hauptsymptom ist ein schwacher Harnstrahl. Durch den erhöhten Widerstand in der Harnröhre kommt es aber zu Veränderungen in der Harnblase wie bei einer Prostatavergrößerung. Eine Operation ist hier meist angezeigt.

Harnröhrendivertikel: Wird auch als Harnröhrenzyste bezeichnet. Eine Diagnose der Erkrankung ist schwierig. Häufig liegt hinter den Patienten ein langer Leidensweg, weil die Harnröhrenzyste zu immer erneuten Entzündungen in der Blase führt.

Harnröhrenkarunkel: Ist eine Erkrankung der weiblichen Harnröhre und zeigt sich als Schleimhautwucherung an der äußeren Harnröhrenöffnung. Die Erkrankung tritt meistens nach der Menopause auf und begünstigt die Entstehung von Harnröhrenvorfällen. Dabei ist der Polyp in der Regel gutartig. Beschwerden stellen sich beim Wasserlassen ein. Die Therapie besteht in einer Abtragung des Karunkels – wenn überhaupt.

Harnröhrenentzündung: Oder auch Urethritis wird meistens durch Bakterien– oder Pilzinfektionen verursacht. Bei der Erkrankung sammeln sich Abwehrzellen in der Schleimhaut, die mit dem Urin ausgeschieden werden. Männer und Frauen sind davon gleichsam betroffen. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen, eitriger Ausfluss und vermehrtes Wasserlassen. Unterschieden werden die spezifische (Erreger sind Tripper, Gonorrhoe) und die unspezifische Urethritis. Letztere kommt deutlich häufiger vor (Erreger sind Chlamydien, Mycoplasmen). Die Therapie besteht einzig in der Gabe von Antibiotika.

Bösartige Erkrankungen der Harnröhre

Hahrnröhrenkrebs: Äußerst seltene Erkrankung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Ursachen sind bisher ungeklärt. Erste Anzeichen sind Blutungen beim Wasserlassen. Für die Behandlung ist eine Operation plus Strahlentherapie das Maß der Dinge.

Behandlung und Therapie

  • Harnröhrenerweiterung transurethral
  • offene Harnröhrenerweiterung (Urethroplastie) mit verschiedenem Gewebeersatz (z. B.: Mundschleimhaut, SIS)
  • Abtragung von Harnröhrenveränderungen
  • Abtragung von Aussackungen der Harnröhre (sog. Harnröhrendivertikel)
  • Harnröhrenstents
  • Entfernung von Harnröhrenkarunkeln
  • Harnröhrenprolaps (Vorfall der Harnröhre)
  • komplette Entfernung der Harnröhre bei Karzinom