Mangelnde Lebensqualität durch Harninkontinenz

Betroffene verschweigen die Erkrankung häufig. In der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken bieten wir ein breites Spektrum an Leistungen, um die Lebensqualität wiederherzustellen.

30 % der Frauen und 15 % der Männer, so schätzt die Internationale Kontinenz Gesellschaft (ICS), leiden an den Symptomen einer Harninkontinenz. Die Blasenschwäche bezeichnet einen unkontrollierten Urinverlust. In den Hauptformen werden unterschieden:

Belastungsinkontinenz = Harnverlust während körperlicher Anstrengung ohne spürbaren Harndrang.

Dranginkontinenz = unwillkürlicher Harnverlust von plötzlich einsetzendem, nicht unterdrückbarem Harndrang durch Überaktivität der Blase.

Mischinkontinenz = eine Mischform aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Daneben gibt es noch Sonderformen der Inkontinenz, wie z.B. die Enuresis, das nächtliche Einnässen des Kindes.

Da zahlreiche Faktoren ursächlich für eine Inkontinenz sein können, konzentrieren wir uns in der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken auf eine detaillierte Abklärung der Beschwerden durch eine sorgfältige Diagnostik.

Diagnostik – Die Anamnese ist wichtig

Zu Beginn der Therapie steht eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte. Dabei stellen neben einer körperlichen Untersuchung die Urinuntersuchung und das Miktionsprotokoll einen wesentlichen Baustein in der Diagnostik. Im Miktionsprotokoll werden ausführlich über einen Zeitraum von 48 Stunden alle Ereignisse um den Verlust des Urins aufgezeichnet (Miktionsprotokoll).

In der apparativen Diagnostik erhalten wir durch die Video-Urodynamische Messung weitere Informationen. Hierbei wird:

  • der Blasendruck unter langsamer Füllung der Harnblase kontinuierlich gemessen, sodass auch kleinste Veränderungen der Blasenaktivität registriert werden
  • über ein Beckenboden-EMG gleichzeitig die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur aufgezeichnet
  • der Verschlussdruck des Harnröhrenschließmuskels gemessen
  • die Stärke des Harnstrahls gemessen
  • eine Röntgenuntersuchung der Harnblase während der Füllung und Entleerung durchgeführt (sog. MCU)

Diese Untersuchungen können wir ambulant nach Zuweisung vom Urologen oder Gynäkologen durchführen.

Behandlung und Therapie

In der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken bieten wir eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten an, durch die eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität zu erwarten ist. Dazu gehören:

  • Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation und Biofeedback (Übungen zur Blasenwahrnehmung)
  • für die medikamentöse Therapie stehen muskelentspannende wie auch muskeltonisierende Mittel zur Verfügung
  • Einspülbehandlungen in die Blase +/- EMDA
  • Gezielte Ruhigstellung des Blasenmuskels durch Einspritzung von Botox
  • Einsetzen eines Blasenschrittmachers (sakraler Neuromodulator) zur gezielten Aktivierung oder Hemmung der Blasen- und Schließmuskelmuskulatur. Dieses Verfahren kann auch bei einer Stuhlinkontinenz zum Einsatz kommen
  • Unterspritzung der Harnröhrenschleimhaut
  • Schlingen- oder Bandoperationen; beim Mann häufig nach radikaler Prostataoperation
  • Einpflanzung eines künstlichen Schließmuskels (artefizieller Sphinkter)