Tumorerkrankungen der Prostata

Diagnostik – Verschiedene Maßnahmen für klare Aussagen

Zur Diagnostik von Prostataerkrankungen setzen wir verschiedene Methoden ein. Harnstrahlmessung und Abtasten der Prostata vom Enddarm aus geben Auskunft über Blasenentleerung und auffällige Veränderungen. Die Bestimmung des PSA (Prostataspezifisches Antigen) aus dem Blut kann ebenfalls Hinweise auf krankhafte Veränderungen liefern. Die Ursachen können dabei durchaus unterschiedlich sein und weisen nicht zwangsläufig auf eine Tumorerkrankung hin. Gesicherte Aussagen sind daher nur durch weitere diagnostische Maßnahmen möglich.

Transrektaler Ultraschall (TRUS)
Mittels einer speziellen Ultraschallsonde kann vom Enddarm aus Größe und Form der Prostata beurteilt und ein Tumor in seiner Ausdehnung erkannt werden. Die Untersuchung ist schmerzfrei.

Gewebeentnahme (Biopsie)
Sind die bereits genannten Parameter auffällig, kann eine Biopsie mehr Informationen liefern. Hier im Steinzentrum am See in Bad Segeberg bevorzugen wir die perineale Biopsie, denn die entzündlichen Komplikationen sind dabei niedriger als bei der Entnahme durch den Enddarm. Bei der perinealen Biopsie wird in örtlicher Betäubung vom Damm aus ein Gewebestück aus der Prostata entnommen.

Gutartige Erkrankungen der Prostata

Vergrößerung der Prostata: Die Prostata beginnt etwa ab dem 45. Lebensjahr an zu wachsen und nimmt um etwa 3 % an Volumen zu. Dies ist völlig normal. Erst wenn es durch dieses Wachstum zu Beschwerden kommt, wird daraus eine Erkrankung. Ab dem 50. Lebensjahr ist praktisch jeder zweite Mann davon betroffen.

Entzündung der Prostata (Prostatitis): Die Prostatitis wird durch Harnabflussstörungen begünstigt (Restharn, Harnröhrenenge ect.). Sie tritt etwa bei 5 % der Männer zwischen 20 und 50 Jahren auf. Häufig sind die Ursachen unklar und eine Behandlung kompliziert, da ein Keimnachweis nicht immer möglich ist. Durch ständige Beschwerden, verbunden mit schlechtem Harnstrahl und engem Blasenhals, können sich die Schmerzen im Sinne eines Beckenboden-Syndroms verselbstständigen.

Bösartige Erkrankungen der Prostata

Prostatakrebs: Ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Etwa 80 % der Betroffenen sind bei Diagnosestellung älter als 60 Jahre. Jeder Dritte der über 70jährigen hat ein latentes Prostatakarzinom, das nicht behandelt werden muss, weil es zeitlebens nicht aktiv wird.

Prostatakrebs frühzeitig zu entdecken, ist mit der heutigen Diagnostik meist sehr gut möglich. In seinem Verlauf ist ein Prostatakarzinom weniger aggressiv als beispielsweise Darm- oder Lungenkrebs und daher auch gut zu therapieren. Da ein Prostatakarzinom überwiegend an den Randbereichen der Prostata entsteht, verursacht es lange keine Beschwerden.

Therapie und Behandlung

Wir bieten den Betroffenen mit acht verschiedenen Behandlungsverfahren ein breites Spektrum von bestmöglichen Therapieformen an:

  • Endoskopisch transurethral (durch die Harnröhre)
    • Resektion der Prostata (sowohl mono- als auch bipolar)
    • TUR-P (transurethrale Resektion der Prostata (Hobelung)). Es ist das älteste Verfahren der minimal-invasiven Chirurgie. Über eine Drahtschlinge wird durch elektrischen Strom erkranktes Gewebe der Prostata abgetragen.
    • TURIS (bipolare Resektion), Evaporisation
  • Greenlight-Laser-HPS. Durch grünes Laserlicht wird erkranktes Prostatagewebe verdampft und über den Harn ausgeschieden. Die Sonde wird durch die Harnröhre eingeführt. Der Vorteil dieser Behandlung: nahezu schmerzfreies, unblutiges Verfahren, ein starker Harnfluss wird schnell wiederhergestellt, kurze Rekonvaleszenz des Patienten. Auch möglich bei Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (ASS, Marcumar).
  • Offen chirurgisch
  • Entfernung bei gutartigen Vergrößerungen auch sehr großer Drüsen.
  • Komplette Entfernung bei Prostatakrebs (radikale Prostatektomie). Diese wird – wenn möglich – in nervenerhaltender Technik durchgeführt.