„Steinzentrum am See“ – Steine im Harntrakt sind eine Volkskrankheit

Besonders in westlichen Industrienationen sind Harnsteine das Ergebnis wohlstandsbedingten Ernährungsverhaltens. Als „Steinzentrum am See“ in der Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken behandeln wir alle Arten von Steinen des Harntrakts.

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Deutschen leiden unter Harnsteinen. Dabei sind besonders Männer exponiert. Der Grund für Nieren- und Harnleitersteine sind Verhaltens- und Ernährungsfehler durch zu viel tierisches Eiweiß in der täglichen Nahrung, Stoffwechselerkrankungen und Abflussbehinderungen im Harntrakt. Blasenentleerungsstörungen sowie eine vergrößerte Prostata oder Harnröhrenenge sind häufig Ursache von Blasensteinen.

Steine bilden sich im Harntrakt aus Bestandteilen des Urins, die sich zu Kristallen entwickeln und später zu Steinen anwachsen.

Steinart Ursache
Kalziumoxalat mit etwa 75 % die häufigste Steinart
Harnsäure etwa 10 %, meist ernährungsbedingt
Apatit/Brushit/Struvit meist durch Harnwegsinfekte oder Stoffwechselstörung
Cystin/Xanthin angeborene Stoffwechselstörung (Gendefekt)
Silikate/ Indinavir (HIV-Behandlung) medikamentös bedingt, selten

Diagnostik

Die durch Steine verursachten Beschwerden werden durch Lage und Größe beeinflusst. Ein Nierenstein verursacht zunächst keine Schmerzen bis er auf „Wanderschaft“ geht und es zu wellenartigen, krampfartigen Schmerzen (Koliken) kommt. Die Kolik beginnt typischerweise als Flankenschmerz, der dann in den Unterbauch der betroffenen Seite ausstrahlt. Erreicht der Stein den unteren Harnleiter, können die Schmerzen bis in den Genitalbereich reichen, begleitet von häufigem Harndrang bei geringer Urinmenge. Zusätzlich können sich Übelkeit und Darmträgheit einstellen. Die Koliken lassen nach, wenn der Stein die Blase erreicht.

Folgende Untersuchungen nehmen wir vor:

  • Körperliche Untersuchung und Erheben der Krankengeschichte (sog. Anamnese)
  • Blutentnahme und Urinbestimmung
  • Bildgebende Diagnostik:
    • Ultraschall (Form und Lage der Nieren, Harnstau, Steine)
    • Röntgenuntersuchung:
      • Nierenleeraufnahmen mit nachfolgender, intravenöser Kontrastmittelgabe (Funktion der Nieren, Lage des Steins)
      • Computertomographie (alternativ)
      • Harnkontrastuntersuchung über eine Blasenspiegelung (retrograde Harnleiterdarstellung), häufig verbunden mit einer Harnleiterschienung (Harnableitung)

Behandlung und Therapie

Die Mehrzahl der Steine wird durch viel Trinken, körperliche Bewegung und krampflösende Mittel, aber ohne weitere Maßnahmen ausgeschieden. In anderen Fällen muss über einen Eingriff Abhilfe geschaffen werden. Dafür bieten wir als „Steinzentrum am See“ der Klinik für Urologie modernste Steintherapien an:

Zertrümmerung und Entfernung von Harnleitersteinen durch Harnleiterspiegelung (URS). Hierzu stehen uns Laser, Ultraschall sowie pneumatische Lithotriptoren zur Verfügung.

  • Entfernung von Nierensteinen mittels Spiegelung der Niere durch die Haut (perkutane Nierensteinentfernung sog. PCNL)
  • dank modernster flexibler Instrumente Zertrümmerung/Entfernung von Nierensteinen mittels Spiegelung der Niere durch den Harnleiter URS)
  • die Zertrümmerung von Nierensteinen von außen durch Stoßwellen (ESWL)
  • selbstverständlich auch laparoskopische und/oder herkömmliche offene Steinentfernung