Neuropsychologie – nicht nur das Gedächtnis fördern

Die neuropsychologische Diagnostik umfasst eine ausführliche testpsychologische Erfassung kognitiver Funktionen wie z. B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, visuell-räumliche und räumlich-konstruktive Leistungen und Gesichtsfeld. Bei der neuropsychologischen Therapie handelt es sich um psychologische Interventionen, die auf der Grundlage neurowissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse gewonnen wurden und zur Behandlung von Patienten mit organisch bedingten psychischen Störungen eingesetzt werden.

Gespräch mit älterer Dame

Die neuropsychologische Therapie im Neurologischen Zentrum unterscheidet je nach diagnostizierter Störung drei grundlegende Behandlungsformen: Funktionstherapien, Kompensationstherapien und Psychotherapie. Das Therapiekonzept beinhaltet eine indikationsspezifische Anwendung der einzelnen Methoden als Bestandteil eines umfassenden interdisziplinären Behandlungskonzeptes, wobei Kompensations- und Restitutionsansätze im zeitlichen Verlauf der Erkrankung auch parallel durchgeführt werden können und nicht notwendigerweise sukzessiv angewandt werden müssen.
Zusätzlich zu den Funktions- und Kompensationstherapien werden in der Neuropsychologischen Abteilung verhaltenstherapeutische Interventionen zur Verhinderung bzw. zur Behandlung psychischer Störungen als Folge eines akuten oder chronischen neurologischen Krankheitsgeschehens durchgeführt. Dabei werden mögliche emotionale Veränderungen und Verhaltensprobleme im Rahmen der Krankheitsbewältigung auch unter Einbeziehung der Angehörigen fokussiert.

Gesundheitsschulung und Erlernen einer Entspannungstherapie

Im Rahmen der Gesundheitserziehung werden zur Verbesserung der psychologischen Regulationskompetenz die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und das Autogene Training angeboten. Zusätzlich werden in regelmäßigen Abständen Vorträge zu den Themen „Alltagsdrogen“, „Stress– und Stressbewältigung“ sowie zu speziellen Problembereichen einzelner Krankheiten (z. B. „neuropsychologische Aspekte und abnorme Ermüdbarkeit bei Multipler Sklerorose“) gehalten.