Standardisiertes Verfahren gibt Patienten mehr Sicherheit

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Zukünftig werden in der Zentralen Notaufnahme Patienten nach dem Manchester-Triage-System eingeschätzt.

In der Notfallambulanz der Allgemeinen Klinik wird seit kurzem ein standardisiertes Verfahren zur Einschätzung von Notfallpatienten in der Notaufnahme eingesetzt. „Für uns steht dabei der Sicherheitsaspekt der Patienten im Vordergrund. Wir können mit diesem Verfahren sehr schnell und sicher nachvollziehen, welche Behandlungsprioritäten festgelegt werden müssen, damit die Patienten nach Schwere ihrer Erkrankung zügig vom Arzt behandelt werden“, erläutert Robert Quentin, Unternehmenssprecher der Segeberger Kliniken Gruppe.

Manchester-Triage-System (MTS) nennt sich das standardisierte Verfahren, das Mitte der 90er Jahre gemeinsam von Ärzten und Pflegekräften aus der gleichnamigen englischen Stadt entwickelt wurde. Mittlerweile hat sich das System zu einem der international führenden Systeme zur Behandlungspriorisierung entwickelt und wird in Kliniken weltweit angewendet. Auch in Deutschland sind Triage-Systeme wie das MTS auf dem Vormarsch – wenn auch sehr zögerlich. Weniger als ein Viertel aller deutschen Notaufnahmen setzen MTS ein. Axel Post,  Geschäftsführer der Allgemeinen Klinik, wundert das nicht. „Die Etablierung solcher Systeme kostet Ressourcen und noch gibt der Gesetzgeber diesbezüglich keine verbindlichen Vorschriften. Das ist für uns aber kein Maßstab. Die Segeberger Kliniken gehen mit gutem Beispiel voran und nehmen in Punkto Patientensicherheit in der Notfallversorgung eine Vorreiterrolle ein.“

Voraussetzung diese verantwortliche Aufgabe zu übernehmen, ist lange Berufserfahrung und hohe Qualifizierung aller am MTS beteiligten Mitarbeiter. Unter anderem müssen alle Beteiligten eine aufwendige Schulung beim Deutschen Netzwerk für Ersteinschätzung durchlaufen. Durch sofortige Einschätzung der Dringlichkeit einer medizinischen Behandlung sollen so Zeitverluste besonders bei kritischen Krankheitsbildern vermieden werden. „Mit dem MTS können wir zuverlässig gewährleisten, dass jeder Patient nach seinen Bedürfnissen und in der notwendigen Zeit erkannt und gezielt der ärztlichen Behandlung zugeführt wird. Wir stellen uns damit auch der Herausforderung, dass die Zahl der Patienten in der zentralen Notaufnahme stark schwanken kann“,  stellt Dr. Robert Keller fest, Chefarzt der Klinik für Chirurgie.

Nach dem der Patient sich angemeldet hat, wird er in der Notaufnahme der Allgemeinen Klinik in einem Sichtungsraum umgehend von Fachpersonal nach international standardisierten Kriterien befragt und untersucht. Der Sichtungsbogen wird farblich markiert, so dass der diensthabende Arzt unmittelbar über die Dringlichkeit der Behandlung informiert ist. „Leichte von schweren manch mal lebensbedrohlichen Erkrankungen zu unterscheiden, ist mit dem MTS zuverlässig möglich und steigert damit auch die Qualität der Notfallversorgung für unsere Patienten“, lautet das abschließende Fazit von Prof. Dr. Diether Ludwig, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin.

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