COVID-Patienten nach schwerem Verlauf auf dem Weg der Besserung

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Er kam mit leichten COVID-19-Symptomen in die Allgemeine Klinik der Segeberger Kliniken, nur wenige Stunden später lag der 62-Jährige Patient beatmet auf der Intensivstation, am nächsten Tag an der Herz-Lungen-Maschine (ECMO) auf der Intensivstation des Herz- und Gefäßzentrums. „Unsere bisherige Erfahrung ist, dass sich der Zustand der COVID-Patienten mit einem schweren Verlauf rapide verschlechtert“, so Dr. Bettina Schwarz, Leitende Oberärztin der Intensivstation im Herz- und Gefäßzentrum. Um die Lunge des Patienten frühzeitig zu entlasten, entschieden die Kollegen beider Häuser gemeinsam am Bett des Patienten, diesen zu verlegen. Die ärztlichen Kollegen der Kardiologie haben mehr Erfahrung mit der Bedienung der ECMO und haben daher die Betreuung des Patienten übernommen. „Wir arbeiten fach- und häuserübergreifend in enger Abstimmung“, so Dr. Schwarz. Nach zehn Tagen an der ECMO wurde der Patient mittlerweile wieder auf die Intensivstation der Allgemeinen Klinik verlegt, wo er nun von der Beatmung entwöhnt wird.

Die Segeberger Kliniken hatten bereits im Frühjahr 2020 einen Drei-Stufen-Notfallplan aufgestellt, der neben der Allgemeinen Klinik auch das Herz- und Gefäßzentrum und das Neurologische Zentrum umfasst. Alle COVID-19-Fälle wurden bis dato in der Allgemeinen Klinik behandelt, einige davon auf der Intensivstation unter der Leitung von Dr. Anja Schulz: „Wir sind als Team unter der Belastung noch mehr zusammengerückt. Man teilt die gleichen Ängste, sieht das gleiche Leid“. Sie berichtet von einem aktuellen Fall. Ein 50-Jähriger Familienvater, der zu Fuß in die Klinik kam und bereits kurze Zeit später, sichtlich geschwächt, im Rollstuhl auf die Intensivstation gefahren wurde. Im Laufe des Tages musste er an die Beatmung angeschlossen werden, wurde im weiteren Verlauf dialysepflichtig. „In solchen Fällen tut es uns natürlich besonders leid, dass die Familie nicht da sein kann“, so Dr. Schulz, die selbst Mutter dreier Kinder ist. Sie und ihr Team bitten daher die Angehörigen, ihnen Fotos von sich zu schicken, die sie im Patientenzimmer aufhängen können. „Wir tun alles in unserer Macht stehende, um den Patienten aufzubauen“, so die Leitende Oberärztin. In diesem Fall mit Erfolg: Der Patient konnte nach vier Wochen die Intensivstation verlassen, soll nach überstandener COVID-Erkrankung bald mit der Reha beginnen. „Wenn ein Patient, wie in diesem Fall, winkend unsere Station verlässt, sind das Momente, die uns enorm aufbauen“, so die 45-Jährige.


Die Segeberger Kliniken gingen 1990 aus dem Rehabilitationszentrum Bad Segeberg hervor und sind heute das größte private Klinikunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein. Für jährlich über 40.000 Patienten bietet die Klinikengruppe ein medizinisch ganzheitliches Leistungsangebot bestehend aus Prävention, Akutmedizin und Rehabilitation. In Fachzentren, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Klinik mit 1.000 Betten befindet sich in privater Trägerschaft und ist Eigentümer geführt.

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