Herz- und Gefäßzentrum als Herzklappenzentrum rezertifiziert

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Standardisierte Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau. „TAVI-Zentrum – DGK zertifiziert“.

Wenn bei älteren Menschen schon kleinste körperliche Anstrengungen zu Atemnot und Anfällen von Bewusstlosigkeit führen, kann eine defekte Herzklappe dafür verantwortlich sein. Zur Beseitigung dieser Herzschwäche wird im Segeberger Herz- und Gefäßzentrum seit 12 Jahren ein Verfahren angewandt, das den meist älteren Patienten unblutig hilft: Die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI). Nach der erstmaligen Zertifizierung als TAVI-Zentrum 2016 wurde nun die Rezertifizierung nach Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) bestanden. Die Auszeichnung hat eine Gültigeit bis 2024. „Wir sind sehr stolz, weil dies eine Bestätigung unserer qualitativ hervorragenden Arbeit nach vorgegebenen Standards ist. Das Zertifikat kann den Patienten ein Wegweiser sein, dass hier in Segeberg auf sehr hohem Qualitätsniveau gearbeitet wird“, sagt Chefarzt Prof. Gert Richardt.

Jährlich werden ca. 200 Herzklappen auf diese Weise im Herz- und Gefäßzentrum eingesetzt. Segeberg ist eine von knapp 100 Einrichtungen in Deutschland, in denen diese Prozeduren vorgenommen werden. Dabei arbeiten sich die Ärzte mit einem Spezialschlauch zum Herzen vor. Der Katheter ist nur wenige Millimeter dick und wird durch die Gefäße in der Leiste in die Blutbahn geschoben. Eine millimeterkleine Kunstklappe liegt bereit, bestehend aus einem Metalgitter mit einer eingenähten biologischen Herzklappe und sieht aus wie ein zusammengefalteter Regenschirm. Wie durch einen Tunnel wird die Kunstklappe durch den Herzkatheter zum Herzen vorgeschoben. Die Kunstklappe ersetzt die kranke Herzklappe des Patienten, die zur Seite gedrückt wird. Die Prozedur dauert nicht länger als 30 Minuten.

Die Patienten werden in der Regel über den Haus- oder den behandelnden Facharzt in die Klinik überwiesen. Hier betreut ein spezielles TAVI-Team den Patienten, bestehend aus Herzchirurgen, Kardiologen, Röntgenärzten, Anästhesisten und Pflegepersonal. Gemeinsam legt das Team fest, was für den Patienten die beste Versorgung ist. „Es wird hier nach klaren Regeln und Behandlungspfaden vorgegangen. Das gilt für die Zeit der speziellen Vorbereitung durch diagnostische Maßnahmen bis hin zur sorgfältigen und auch langfristigen Nachverfolgung, um zu dokumentieren, wie es den Patienten nach dem Eingriff geht“, sagt Richardt. Da die Patienten häufig sehr betagt sind, wird unter Umständen auch Kontakt zu den Patienten nach Hause aufgenommen, falls eine Kontrolluntersuchung im Krankenhaus aufgrund von Gebrechlichkeit nicht mehr möglich ist. Dort wird dann anhand von Ultraschallaufnahmen der Zustand der Klappen und des Herzens kontrolliert und dokumentiert.

Richardt geht fest davon aus, dass das TAVI-Verfahren noch sicherer und effektiver wird. Die Positionierung der Klappe werde einfacher, die Materialien werden sich weiter verbessern. Tendenziell werden dann auch jüngere Patienten von dem Verfahren profitieren.

 

BU: Freuen sich über einen weiteren Beweis ihrer erbrachten Qualität bei der TAVI-Prozedur: V. li Prof. Gert Richardt und die Oberärzte Martin Landt und Abdelhakim Allali.

 

 

 

Die Segeberger Kliniken gingen 1990 aus dem Rehabilitationszentrum Bad Segeberg hervor und sind heute das größte private Klinikunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein. Für jährlich über 40.000 Patienten bietet die Klinikengrupe ein medizinisch ganzheitliches Leistungsangebot bestehend aus Prävention, Akutmedizin und Rehabilitation. In Fachzentren, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Klinik mit 1.000 Betten befindet sich in privater Trägerschaft und ist Eigentümer geführt.

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