Herzrhythmusstörungen – die Epidemie des 21. Jahrhunderts

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Ungewöhnlich hohe Zahl an Patienten mit Vorhofflimmern haben sich 2019 im Herz- und Gefäßzentrum vorgestellt. Erstmals wurden über 1.000 Ablationen während eines Jahres durchgeführt.

Die Zahl an Patienten mit Herzrhythmusstörungen nimmt drastisch zu. So das Fazit von Leon Iden, Leitender Oberarzt der Rhythmologie im Herz- und Gefäßzentrum. In diesem Jahr habe man über 5.000 Patienten gesehen, bei denen eine Herzrhythmusstörung die Hauptdiagnose darstellte. Bei über 1.000 wurde nach eingehender Prüfung eine Katheterablation notwendig. „Da seit Jahrzehnten die Lebenserwartung steigt, ist es nur logisch, dass auch die Zahl der Herzrhythmusstörungen zunimmt, da sich mit zunehmendem Alter das Risiko, Herzrhythmuserkrankungen zu entwickeln, erhöht. Eine deutlich verbesserte Diagnostik und Sensibilisierung für das Thema ist ebenso Grund für einen Anstieg.“

Dieser Entwicklung wurde schon 2017 mit der Eröffnung einer Vorhofflimmerunit im Herz- und Gefäßzentrum Rechnung getragen. In dieser Einheit, die Iden seit Gründung leitet, steht die Behandlung von Herz-Rythmusstörungen im Mittelpunkt. „Wir verfolgen hier ein langfristiges Konzept und sehen uns nicht nur einzelne Aspekte des Herzens an, sondern betrachten das Herz als Organ und Einheit. Das beeinflusst am Ende das Therapiekonzept, das wir gemeinsam mit dem Patienten festlegen“, sagt der Mediziner. Ein unregelmäßiger Herzschlag führt nicht zwangsläufig zu einem Eingriff am Herzen. Viel mehr gilt es, hier leitliniengestützte Therapiekonzepte anzuwenden. Dazu gehören auch medikamentöse Verfahren. Herzrhythmusstörungen erhöhen zwar das Schlaganfallrisiko, sind aber in der Regel nicht lebensbedrohlich. Teilweise werden sie von den Patienten nicht bemerkt.

Die häufigste Form der Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern. Dabei schlägt das Herz unregelmäßig, was sich bei den Patienten als Herzrasen oder Herzstolpern bemerkbar macht. Es entstehen dabei in den Herzvorhöfen statt einer viele kreisende Erregungen, die über das Leitungssystem in die Kammern abgegeben werden. Das Resultat sind unregelmäßige Schläge des Herzens, teilweise zu schnell oder zu langsam. Gründe für die falschartigen Erregungsmuster können Stress oder das Alter eines Patienten sein, auch spielen Genetik und Risikofaktoren, wie Bluthochdruck, Rauchen oder Übergewicht eine Rolle.

Entscheiden sich Kardiologe und Patient für eine Ablation, wird mittels eines Herzkatheters eine Elektrode an den Ort der Erregung im Vorhof vorgeschoben. Über die Elektrode wird das Herzgewebe erhitzt und es entstehen punktförmige Verödungsnarben, die die Ausbreitung der elektrischen Impulse einschränken. „Die Patienten profitieren bei so einer Untersuchung vom sogenannten 3D-Mapping. Wir erstellen dabei eine dreidimensionale, millimetergenaue Landkarte des Herzens und können so störende Zellen exakt identifizieren und ausschalten“, erklärt Iden.

Mit über 1.000 Katheterablationen im Jahr gehört das Herz- und Gefäßzentrum nach Angagben der Deutschen Herzstiftung zu den 10 größten Spezialkliniken für diesese Verfahren in Deutschland.

Bisher ist es je nach individueller Erkrankung so, dass nicht jedem Patienten mit Vorhofflimmern mit einem einzigen Eingriff dauerhaft geholfen werden kann. Leon Iden hofft, dass es in naher Zukunft möglich sein wird, Vorhofflimmern mit einem patientenindividualisierten Eingriff mit nahzu hundertprozentiger Sicherheit zu heilen, wie es heute schon bei vielen anderen Rhythmusstörungen der Fall ist.

 

 

Die Segeberger Kliniken gingen 1990 aus dem Rehabilitationszentrum Bad Segeberg hervor und sind heute das größte private Klinikunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein. Für jährlich über 40.000 Patienten bietet die Klinikengrupe ein medizinisch ganzheitliches Leistungsangebot bestehend aus Prävention, Akutmedizin und Rehabilitation. In Fachzentren, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Klinik mit 1.000 Betten befindet sich in privater Trägerschaft und ist Eigentümer geführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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