Jubiläum am Herzzentrum: 500. TAVI erfolgreich eingesetzt

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Mit 500 Eingriffen eines der größten Herzzentren in Deutschland für diese Therapie. Das innovative Verfahren erfährt im Herzzentrum eine wissenschaftliche Begleitung.

Zum 500. Mal ist im Herzzentrum der Segeberger Kliniken eine Herzklappe interventionell mittels eines Katheters erfolgreich eingesetzt worden. Die 76-jährige Antje Thielmann klagte seit geraumer Zeit über verminderte Leistungsfähigkeit und Enge im Brustraum. „Als ehemalige Musiklehrerin engagiere ich mich bis heute sehr aktiv für junge Musiker der Hochschule in Lübeck. Mein Engagement fiel mir zum Schluss sehr schwer und hat mich doch sehr bekümmert. Jetzt, nach dem Eingriff merke ich, wie ich wieder besser durchatmen kann und langsam zu meiner alten Form zurückfinde“, sagt die Dame aus Schönwalde, die zur weiteren Rekonvaleszens die angeschlossene Rehabilitation im Herzzentrum durchläuft.

Der Patientin wurde mit einem Verfahren geholfen, das in der Kardiologie als eines der innovativsten Therapieformen der letzten Jahre gilt – der TAVI (kathetergestützte transarterielle Aortenklappen-Implantation). Der Eingriff eignet sich besonders für alte Menschen mit ausgeprägter Herzschwäche aufgrund eines Herzklappenfehlers und erhöhtem Operationsrisiko, so dass dadurch eine aufwendige Operation am offenen Herzen ersetzt werden kann. In dem größtenteils unblutigen Eingriff wird die künstliche Ersatzklappe in zusammengefaltetem Zustand mit einem Herzkatheter über die Leistenarterie (transfemoral) oder über die Herzspitze (transapikal) an ihren Einsatzort am Herzen gebracht und dort entfaltet. Die kranke Klappe wird nicht entfernt, vielmehr wird sie in die Gefäßwand gedrückt und dient dort zur Verankerung der neuen Klappe. Seit 2007 wird dieses Verfahren im Herzzentrum angeboten. „Bei jährlich um die 100 Eingriffe ist die 500. TAVI ein großer Erfolg, der vielen Menschen hilft, weil die Beschwerden damit therapiert sind und die Lebenserwartung steigt. Aber wir sind auch bestrebt, das Verfahren hier in Segeberg stetig weiterzuentwickeln“, erläutert Chefarzt Prof. Gert Richardt.

Dazu hat das Team um Prof. Richardt ein engmaschiges Kontaktnetz zu den ehemaligen Patienten etabliert, mit dem ein kontinuierlicher Informationsaustausch gepflegt wird. Nach einem halben Jahr stellen sich die Patienten noch mal den Ärzten vor und es werden einzelne Parameter gesammelt, die Auskunft über Funktionsweise und Haltbarkeit der Ersatzklappe liefern. Nach einem Jahr wird der Kontakt telefonisch fortgesetzt und es werden weiterhin physiologische Informationen abgerufen. „Der wissenschaftliche Teil spielt in diesem Verfahren eine nicht unerhebliche Rolle, da wir noch mehr Informationen brauchen, beispielswiese darüber, wie lange die implantierten Klappen halten“, erläutert Dr. Mohamed Abdel-Wahab, Oberarzt und Experte in diesem Verfahren.

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