Lasertechnologie bei vergrößerter Prostata

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Die Klinik für Urologie investiert vermehrt in Lasertechnologien bei gutartiger Vergrößerung der Prostata. Insbesondere ältere Patienten mit Herzerkrankungen profitieren.

Ab dem 50. Lebensjahr tritt bei der Hälfte der Männer eine gutartige Vergrößerung der Prostata auf. So ging es auch Peter Dridiger aus Kaltenkirchen. Der Fahrdienstleiter bei einem Eisenbahnunternehmen, 56 Jahre alt, hatte schon länger Beschwerden beim Wasserlassen. „Lange Zeit haben wir versucht, es mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Aber es nutzte nichts. Schließlich war eine Operation unausweichlich“, erzählt er. Bei der gutartig vergrößerten Prostata bildet sich überschüssiges Gewebe um die Harnröhre und vermindert den Harnabfluss, was unter anderem zu Schmerzen und Entzündungen der Blase führen kann.

Diese Entscheidung, die er gemeinsam mit seinem Arzt getroffen hat, kostete ihn ein hohes Maß an Überwindung. Doch sein betreuender Arzt Dr. Rüdiger Gleichmann, Chefarzt der Klinik für Urologie, konnte ihm eines der neuesten Laserverfahren zum Abtragen der Prostata anbieten. „Mit dem Angebot zweier minimalinvasiver Laserverfahren in unserer Klinik kommen wir den Bedürfnissen auch vieler älterer Patienten entgegen, die aufgrund ihrer zahlreichen Vorerkrankungen möglichst komplikationsarme und unblutige Verfahren benötigen, damit sie möglichst wieder ohne Beschwerden leben können“, sagt Gleichmann.

Dridiger ließ sich von Gleichmann mit der GREENLIGHT-Laservaporation operieren. Dabei wird ein Laser unter Sicht durch die Harnröhre des Penis zum überschüssigen Prostatagewebe geführt, wo das Gewebe mit grünem Licht verdampft wird. Der Vorteil liegt hier auf der Hand, denn das Verfahren zeichnet sich insbesondere durch sehr geringen Blutverlust aus, weil das grüne Licht vom Hämoglobin absorbiert wird.

In Schleswig-Holstein ist die Klinik für Urologie der Segeberger Kliniken das einzige Haus, das noch ein weiteres Laserverfahren anbieten kann, das sogenannte HoLEP-Verfahren (Holmiumlaserenukleation der Prostata). Dabei wird das überschüssige Prostatagewebe mittels Laserlicht herausgeschnitten und im Anschluss mittels einer Schlinge entfernt. „Jeder Patient ist anders, jede Prostatavergrößerung stellt andere Anforderungen. Nur mit dem breiten Angebot herkömmlicher Methoden und parallel mehrerer Laserverfahren können wir sicher gehen für jeden individuellen Patienten die richtige Therapieoption anbieten zu können“, stellt Gleichmann fest.

Die Probleme beim Wasserlassen haben sich bei Peter Dridiger sehr zügig gebessert. Nur drei Tage musste er in der Klinik beobachtet werden, dann konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Ein weiterer Vorteil der Laserverfahren. „Die klinische Wirksamkeit dieser beiden Laseroperationen ist eindeutig, wenn man sich die klinischen Ergebnisse der Patienten anschaut. Wir bieten daher neben den bekannten Verfahren beide minimalinvasiven Operationstechniken an. So können Arzt und Patient gemeinsam entscheiden, welches das sicherste und beste Verfahren ist“, sagt Gleichmann.

 

 

Die Segeberger Kliniken gingen 1990 aus dem Rehabilitationszentrum Bad Segeberg hervor und sind heute das größte private Klinikunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein. Für jährlich über 40.000 Patienten bietet die Klinikengrupe ein medizinisch ganzheitliches Leistungsangebot bestehend aus Prävention, Akutmedizin und Rehabilitation. In Fachzentren, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Klinik mit 1.000 Betten befindet sich in privater Trägerschaft und ist Eigentümer geführt.

 

 

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