Segeberger Kliniken bauen Krebstherapie aus

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Kooperation mit Lübecker Onkologen wird intensiviert und direkt in Bad Segeberg angeboten. Damit weiter verbesserte Versorgung für Tumorpatienten. Auch für die ärztliche Ausbildung wird Segeberg attraktiver.

Bad Segeberg, 27. Mai 2012 – Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs immer noch die häufigste Todesursache des Menschen. Jeder vierte Todesfall in Deutschland geht auf eine Krebserkrankung zurück. Krebs wirkungsvoll zu bekämpfen, beginnt daher bereits im Vorstadium mit präventiven Maßnahmen, bevor ein Tumor unkontrollierbar wird. Die Klinik für Innere Medizin im AK der Segeberger Kliniken hat die Versorgung von an Krebs erkrankten Patienten daher weiter ausgebaut. Mit dem Lübecker Internisten Dr. med. Klaus Weber verstärkt ein Spezialist für Onkologie die wöchentlich stattfindende Tumorkonferenz - das sogenannte Tumorboard. Experten verschiedener Fachdisziplinen aus Chirurgie, Innerer Medizin, Gynäkologie und Urologie sowie Radiologie beraten in diesem regelmäßig stattfindenden Gremium über die beste Therapie für sehr schwer an Krebs erkrankte Patienten. „Wir haben mit Dr. Günter Fahrmeier einen erfahrenen Oberarzt in der Krebstherapie, der die Tumorpatienten sehr fundiert versorgt. Mit Dr. Weber gehen wir einen Schritt weiter und können jetzt auch Patienten betreuen, deren Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass sehr intensive Behandlungen mit hohen Medikamentendosierungen oder Antikörpern erforderlich sind“, erklärt Prof. Dr. Diether Ludwig, Chefarzt der Inneren Medizin und gemeinsam mit dem Chefarzt der Chirurgie, Dr. Robert Keller, Initiator dieser Idee.

Für Patienten in Bad Segeberg wird sich damit die Versorgungssituation weiter verbessern. Sie brauchen nicht mehr zur weiteren Behandlung ins UKSH nach Lübeck oder Kiel anzureisen. Mögliche Informationsverluste werden vermieden, die Diagnostik verbessert. Die gesamte Versorgung – bis auf die Strahlentherapie – kann jetzt vor Ort in Bad Segeberg stattfinden. „Im Tumorboard ist der Onkologe ein wichtiger Moderator für alle anderen Fachdisziplinen. Da die Krebsmedizin aber häufig nicht ohne Komplikationen verläuft, bei vielen Patienten stellt sich eine sogenannte Knochenmarksdepression ein, ist es wichtig, dass wir dies hier von einem Experten betreuen lassen können. Für die Patienten eine spürbare Unterstützung in ihrem Therapieprozess“, erklärt Dr. Robert Keller, Chefarzt der Chirurgie.

Dr. Klaus Weber blickt auf eine 25jährige onkologische Tätigkeit zurück. Der bald 50jährige praktiziert als niedergelassener Arzt in einer onkologischen Schwerpunktpraxis in Lübeck. Er war als Oberarzt im UKSH und in der Sana Klinik tätig und hat sich in der Zeit als Spezialist auf dem Gebiet der internistischen Onkologie etabliert. „Ich arbeite mit den Segeberger Kliniken seit vielen Jahren zusammen. Dass wir die Kooperation jetzt vor Ort intensivieren, entspricht meiner Philosophie einer heimatnahen, ambulanten Versorgung, die das familiäre Umfeld des schwer kranken Menschen berücksichtigt und die enge Zusammenarbeit mit dem Hausarzt ermöglicht“, sagt Weber. Gemeinsam mit einer Arzthelferin aus seiner Praxis und einem Klinik-Team wird Weber die Tumorpatienten behandeln.

Jährlich werden zur Zeit in Bad Segeberg ca. 250 Tumorpatienten versorgt. Weber wird speziell auch die verschiedenen schweren Leukämieerkrankungen und Lungenkarzinome therapeutisch betreuen und die Chemotherapien durchführen, ergänzend zu den Maßnahmen der anderen Fachdisziplinen. Perspektivisch sollen bis Ende des Jahres auch Antikörpertherapien angeboten werden.

Für Prof. Ludwig bringt die Kooperation mit dem onkologischen Spezialisten Dr. Weber einen weiteren positiven Aspekt in Bezug auf die ärztliche Ausbildung. „Wir werden attraktiver für den ärztlichen Nachwuchs. Gerade Tumorerkrankungen stellen eine große Herausforderung für Mediziner dar und sind deshalb für die Aus-, Weiter- und Fortbildung so wichtig. Und dieses Feld können wir nun fast ganzheitlich anbieten.“

Die onkologische Schwerpunktpraxis ist immer donnerstags von 12.30 Uhr bis 19.00 Uhr im Erdgeschoss der Allgemeinen Klinik besetzt und unter Telefon 04551 8568637 zu erreichen.

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