Speziell qualifizierte MS-Pfleger optimieren Therapie bei Multiple Sklerose

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Pflegekraft wird Teil des MS-Therapiemanagements im MS-Zentrum. Erst die dritte Fachkraft in Schleswig-Holstein.

Die Versorgung und Betreuung von Patienten mit Multipler Sklerose wird in den Bereichen Diagnose und Therapie immer komplexer. Ein multidisziplinäres Betreuungsteam ist bei den unterschiedlichen Krankheitsaspekten erforderlich, um ein ganzheitlich und modern orientiertes MS-Krankheits-Management zu steuern. Im zertifizierten MS-Zentrum des Neurologischen Zentrums der Segeberger Kliniken wird zukünftig ein speziell ausgebildeter MS-Pfleger als wichtiger Teil des Betreuungsteams eingesetzt. „Ein MS-Pfleger erfüllt in enger Kooperation mit dem Arzt eine wichtige Funktion. Er ist für die Patienten engster Berater und zentraler Begleiter in allen Fragen rund um ihre Erkrankung. Das ist sehr wichtig, um ein engmaschiges Monitoring der MS-Therapie, wie zum  Beispiel bei der Selbstinjektion von Medikamenten, zu gewährleisten“, erläutert Anna Brandt, Fachbereichsleitung und Oberärztin im MS-Zentrum.

Die Erfahrung hat auch Anna Noll gemacht. „Es ist wichtig, dass ich einen Experten habe, den ich jederzeit fragen kann, der meine Bedürfnisse kennt“, sagt Anna Noll. Die 30-jährige Arzthelferin ist für mehrere Wochen Patientin auf der MS-Station und wurde von MS-Pfleger Saffet Kaymaz eingehend beraten. „Der Pfleger nimmt sich Zeit für mich. Das gibt mir ein sicheres Gefühl bei so viel Unsicherheit, was die Krankheit betrifft“, sagt die Lüneburgerin.

Der MS-Pfleger im MS-Zentrum Bad Segeberg ist erst die dritte speziell ausgebildete Fachkraft auf diesem Gebiet in Schleswig-Holstein. Er ist Teil eines Betreuungsnetzwerks aus Ärzten, Gesundheits- und Krankenpflegern, Sozialarbeitern und Physio- bzw. Ergotherapeuten sowie Psychologen. Der MS-Pfleger arbeitet eng mit dem behandelnden Arzt zusammen. Für den MS-Patienten übt er eine wichtige Beraterfunktion aus, fördert das Krankheitsverständnis, klärt über mögliche Komplikationen  auf und löst individuelle krankheitsbedingte Probleme des Patienten. „Der MS-Pfleger unterstützt den MS-Betroffenen dabei, seine Krankheit anzunehmen, zu verstehen und damit besser zu bewältigen“, erläutert Brandt. Er trage dafür Sorge, dass Informationen über den Patienten zeitnah an alle Team-Mitglieder weitergegeben würden.

Mit dem Einsatz des MS-Pflegers wird die Betreuung und  damit die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessert, was sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt, zeigt sich Brandt überzeugt. Das ist gerade bei einer Krankheit wie MS wichtig. Dazu Brandt: „MS ist zwar nicht heilbar, aber gut beherrschbar, wenn man adäquat behandelt ist. Es ist daher erforderlich, dass der Ablauf von MS-spezifischen Therapien sehr genau dokumentiert und entsprechend bewertet wird. Hier spielt der MS-Pfleger eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Arztkontakte herzustellen und zu entscheiden, welche Therapie im Falle anzuwenden ist.“

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