Welche Rolle spielen Ernährung und Psyche bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen?

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Auf dem 9. Bad Segeberger Arzt-Patienten-Seminar informieren Experten über medizinische Fortschritte bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Außerdem: Was gibt es Neues aus der Ursachenforschung?

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen gehören zu den komplexesten und facettenreichsten Erkrankungen. In Deutschland gibt es etwa 300.000 Patienten, die mit den Folgen eines Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa zu kämpfen haben. Ihr Leidensweg von den ersten Symptomen bis zur zweifelsfreien Diagnose kann häufig sehr lang sein. "Das diagnostische Problem liegt hier in der Vielschichtigkeit der ersten Anzeichen wie Bauchweh, Durchfall, Gewichtsabnahme, manchmal aber auch nur Gelenkschmerzen oder Probleme mit den Augen", erläutert Prof. Diether Ludwig, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Allgemeinen Krankenhaus der Segeberger Kliniken. "Eine gute Ultraschalluntersuchung ist meistens für die Diagnose wegweisend. Notwendig ist aber auch eine enge Abstimmung zwischen Patient und Arzt, um Symptome besser zu erkennen und zu deuten."

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind in den meisten Fällen lebenslange Krankheiten. Ursächlich sind genetische Veränderungen, die vererbt oder im Laufe des Lebens erworben werden. Umweltfaktoren wie das hohe Hygieneniveau der westlichen Zivilisationsgesellschaften scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen, denn in Ländern der Dritten Welt tritt die Erkrankung praktisch nicht auf. "Falls möglich, sollte das menschliche Immunsystem durch Vermeidung übertriebener Hygiene trainiert werden. So wirken Wurmerkrankungen vermutlich schützend", erklärt Ludwig.

Mit Medikamenten können die Patienten in der Regel gut eingestellt werden. Cortison ist dabei das Mittel der Wahl beim akuten Krankheitsschub. Allerdings sind die Nebenwirkungen auf lange Sicht ein großes Problem für den menschlichen Organismus. "Die Wissenschaft hat heute Medikamente entwickelt, die weniger Nebenwirkungen haben. Wir arbeiten mit Immunsuppressiva und in Einzelfällen mit Antikörper und auch biologischen Substanzen wie Würmern, die die Botenstoffe abfangen und damit die Entzündung eindämmen", so Prof. Ludwig. Mehr über neue Entwicklungen bei der Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen stellt Prof. Ludwig mit seinem Team vor:

Die Segeberger Kliniken gingen 1990 aus dem Rehabilitationszentrum Bad Segeberg hervor und sind heute das größte private Klinikunternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein. Für jährlich über 20.000 Patienten bietet die Klinikengrupe ein medizinisch ganzheitliches Leistungsangebot bestehend aus Prävention, Akutmedizin und Rehabilitation. In Fachzentren, Kliniken und Medizinischen Versorgungszentren sind 1.900 Mitarbeiter beschäftigt. Die Klinik mit 1.050 Betten befindet sich in privater Trägerschaft und ist Eigentümer geführt.

  1. Bad Segeberger Arzt Patienten-Seminar

Chronisch enzündliche Darmerkrankungen

  1. September 2017, 09.00 – 13.00 Uhr

VITALIA Seehotel, Am Kurpark 3, Bad Segeberg

"Wir informieren über neue Leitlinien, nach denen die Patienten heute behandelt werden, geben detaillierte und falls gewünscht auch direkte Informationen im Vier-Augen-Gespräch", so der Professor. Experten aus den Segeberger Kliniken, der Uniklinik Lübeck und der Fachklinik Aukrug informieren über Therapieansätze bei jüngeren Menschen und deren Chancen. Ernährung spielt eine immer wichtigere Rolle und wird daher auf der Veranstaltung ausführlich mit Ernährungsexperten diskutiert. Darüber hinaus wird die Selbsthilfegruppe Bad Segeberg auf Fragen Antworten geben.

Zwischen den einzelnen Kurzreferaten wird es jeweils Zeit für Fragen aus dem Publikum geben. Darüber hinaus stehen die Fachleute nach den Vorträgen auch für allgemeine und ganz persönliche Fragen zur Verfügung. An Informationsständen von Pharmaunternehmen und der Patientenvereinigung DCCV e.V. können sich die Patienten weiter informieren und beraten lassen. Für einen kleinen Imbiss mit Getränken ist dabei gesorgt.

Um vorherige Anmeldung wird gebeten:

Telefonisch unter 04551 / 802-1011 oder per E-Mail: elke.otte@segebergerkliniken.de

 

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