Informationen: Ausbildung und Studium
Ergotherapie | Logopädie | Physiotherapie
Was ist das?
Ob es um den Haushalt, um körperliche Hygiene, konzentriertes Lesen, Mobilität oder das Essen mit Messer und Gabel geht: Alltägliche Aktivitäten können aufgrund von Krankheit, Verletzung oder Behinderung zum Problem werden. Genau hier setzt die Ergotherapie an: Sie unterstützt Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen sowie mit Wahrnehmungs-, Denk- und Erinnerungsschwierigkeiten dabei, ihren Alltag so gut es geht (wieder) eigenständig zu meistern. Insbesondere in der Frühförderung wird Kindern der Weg ins Leben bestmöglich geebnet.
Im Mittelpunkt steht nicht die Behandlung einzelner Symptome, sondern der gesamte Mensch und seine Handlungsfähigkeit. Wie lebt diese:r Patient:in? Was ist ihm oder ihr wichtig? Und wie können Beweglichkeit, Skills und Alltagsroutinen trotz Einschränkungen gefördert werden? Das Ziel von Ergotherapie ist, Patient:innen aller Altersgruppen zu größtmöglicher Selbstständigkeit im Alltag zu verhelfen – und damit ihre individuelle Lebensqualität entscheidend zu verbessern.
Ausbildungsbeginn: Jährlich zum 01.09.
Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Voraussetzungen: Mittlerer Schulabschluss oder Erster Allgemeinbildender Schulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
Ausbildungsort: Bad Segeberg
Abschluss: Staatlich anerkannter Ergotherapeut
Was lerne ich in der Ausbildung?
In der ergotherapeutischen Ausbildung wird von Beginn an theoretischer und praktischer Unterricht verbunden. Sie lernen die (arbeits-)medizinischen, psychologischen, pädagogischen und gesetzlichen Grundlagen von Ergotherapie kennen, befassen sich mit allgemeiner und spezieller Krankheitslehre, mit handwerklichen und gestalterischen Techniken sowie mit Übungen und Methoden zur Bewältigung des Alltags.
Parallel dazu eignen Sie sich Kenntnisse in Prävention und Rehabilitation an und machen sich mit ergotherapeutischen Hilfsmitteln, Schienen, Medien und Spielen vertraut. Kernstück der Ausbildung ist der Kompetenzerwerb in den vielfältigen Bereichen der ergotherapeutischen Behandlungsverfahren.
Hier stehen drei Schwerpunkte im Mittelpunkt:
- psychosoziale Behandlungsverfahren
- motorisch-funktionelle, neurophysiologische oder neuropsychologische Verfahren
- arbeitstherapeutische Behandlungsverfahren
Schwerpunkte und Behandlungsinhalte
- Training der Alltagsaktivitäten: Übungen zum Anziehen, zur Essenszubereitung und zur Führung des Haushalts.
- Förderung beruflicher und schulischer Kompetenzen: Gezieltes Training für Tätigkeiten in Schule, Beruf oder Freizeit.
- Entwicklung von Bewältigungsstrategien: Erarbeitung persönlicher Handlungsansätze zur Erreichung individueller Ziele.
- Motorik und Wahrnehmung: Durchführung von Bewegungs- und speziellen Wahrnehmungsübungen.
- Kognitives Training: Gezielte Übungen zur Steigerung von Konzentration und Gedächtnisleistung.
- Kreative und handwerkliche Verfahren: Einsatz von handwerklichen und gestalterischen Techniken.
- Strukturierung und Planung: Hilfe bei der Organisation und Gestaltung der Tagesabläufe.
- Adaption der Umgebung: Anpassung von Wohnraum oder Arbeitsplatz an die individuellen Bedürfnisse.
- Hilfsmittelversorgung: Beratung zur und Nutzung von unterstützenden Mitteln (z. B. Rollatoren, Prothesen).
- Anleitung und Beratung: Umfassende Unterweisung von Angehörigen und weiteren Bezugspersonen.
Was ist das?
Sprache öffnet Türen und ist fundamentaler Bestandteil unserer Kommunikation. Doch Entwicklungsstörungen, Krankheiten und Unfälle können die Sprach- und Sprechfähigkeit eines Menschen einschränken. Hier kommt die Logopädie ins Spiel. Sie ist eine spezielle Therapie für Sprache, Stimme und Schlucken sowie zur Verbesserung von Wahrnehmung und Hörverständnis.
Im Zentrum der Logopädie stehen die Prävention, Diagnostik und Behandlung von Sprechstörungen wie z.B. Lispeln und Stottern sowie von Sprachstörungen, bei denen das Sprachverständnis und die gedankliche Bildung von Worten und Sätzen betroffen sind und die häufig mit neurologischen Erkrankungen einhergehen. Logopädie hat das Ziel, individuelle Kommunikationsfähigkeit zu stärken bzw. wiederherzustellen, um eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Ausbildungsbeginn: Jährlich zum 01.09.
Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Voraussetzungen: Mittlerer Schulabschluss oder Erster Allgemeinbildender Schulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
Ausbildungsort: Bad Segeberg
Abschluss: Staatlich anerkannter Logopäde
Was lerne ich in der Ausbildung?
In der logopädischen Ausbildung wird von Beginn an theoretischer und praktischer Unterricht verbunden. Sie erlernen medizinische, psychologische, soziologische und pädagogische Grundlagen und befassen sich mit den Ursachen und Behandlungsmethoden unterschiedlicher Krankheitsbilder.
Parallel dazu eignen Sie sich Kenntnisse in Prävention und Rehabilitation an, machen sich mit der Elektro- und Hörgeräteakustik vertraut und bauen Kompetenzen in Stimmbildung und Sprecherziehung auf.
Im Rahmen der praktischen Ausbildung stehen folgende Schwerpunkte im Mittelpunkt:
- Hospitationen in Phoniatrie, Logopädie und weiteren Bereichen
- Übungen zur Befunderhebung sowie zur Planung und Durchführung von Therapien
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Bereichen wie Audiologie, Psychologie und Musiktherapie
Bereiche logopädischer Behandlung
- Sprachstörungen: Hier ist die Fähigkeit, Laute zu unterscheiden, Sätze zu bilden oder Dinge zu benennen, beeinträchtigt. Kinder: Ursachen sind oft unklar, aber Hörstörungen oder allgemeine Entwicklungsstörungen spielen eine Rolle. Erwachsene: Fast immer durch Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns ausgelöst (z. B. nach einem Schlaganfall). Hierbei tritt häufig die Aphasie auf, die das Finden von Wörtern und das Bilden von Sätzen erschwert.
- Sprechstörungen: Betroffene haben Schwierigkeiten, Laute zu erzeugen, Worte deutlich auszusprechen oder flüssig zu reden. Ausspracheprobleme: Häufig bei Kindern (z. B. Lispeln bei Zischlauten). Bei Erwachsenen können neurologische Erkrankungen zu schwer verständlichem Sprechen führen.
- Redeflussstörungen: Störungen wie Stottern (Blockaden, Wiederholungen) oder Poltern (schnelles, ungenaues Sprechtempo mit Auslassen von Lauten/Wortteilen). Diese haben meist genetische Ursachen.
- Stimmstörungen: Dauerhafte Veränderungen der Stimme, die heiser, gepresst, belegt oder tonlos klingen kann und oft weniger belastbar ist. Ursachen: Häufiges oder zu lautes Sprechen, ungünstige Atemtechnik, Erkrankungen des Kehlkopfs (z. B. Stimmlippenknötchen) oder auch psychische Faktoren (Depressionen, Belastungsreaktionen).
- Schluckstörungen (Dysphagie): Hier sind die Bewegungsabläufe der am Schlucken beteiligten Muskeln gestört, was den Transport von Nahrung und Flüssigkeit beeinträchtigt. Ursachen: Meist Schädigungen des Nervensystems (z. B. durch Schlaganfall, Parkinson, MS, Demenz) oder Erkrankungen im Mund-Rachen-Raum. Ein Eindringen von Nahrung in die Lunge kann lebensbedrohliche Komplikationen verursachen..
- Hörstörungen Eingeschränkte Wahrnehmung von Geräuschen und Sprache (Schwerhörigkeit) bis hin zur Gehörlosigkeit. Ursachen: Infektionen, Hörsturz, Lärmschäden oder im Alter (Altersschwerhörigkeit). Bei Kindern oft durch Entwicklungsstörungen vor der Geburt bedingt
Was ist das?
Beweglichkeit ist ein Grundpfeiler für Lebensqualität. Durch Verletzungen, Operationen oder Erkrankungen können gewohnte Abläufe wie Laufen, Treppensteigen oder das Heben eines Arms jedoch zu einer Herausforderung werden. Die Physiotherapie unterstützt Menschen aller Altersgruppen, ihre Bewegungsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern oder zurückzugewinnen.
Wesentliche Fragen der Physiotherapie lauten: Welche Bewegungen fallen schwer? Wo liegen die Ursachen? Und welche Auswirkungen hat das auf den Körper? Gezielte Übungen, manuelle Therapie und der Einsatz physikalischer Methoden wie Wärme, Kälte oder Elektrostimulation helfen Patient:innen – abgestimmt auf ihre individuellen Bedürfnisse. Das Ziel von Physiotherapie ist, Beweglichkeit, Kraft und Koordination zu fördern sowie Schmerzen zu lindern – für eine nachhaltige Besserung des Wohlbefindens.
- Ausbildungsbeginn: Jährlich zum 01.09.
Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Voraussetzungen: Mittlerer Schulabschluss oder Erster Allgemeinbildender Schulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung
Ausbildungsort: Bad Segeberg
Abschluss: Staatlich anerkannter Physiotherapeut
Was lerne ich in der Ausbildung?
In der physiotherapeutischen Ausbildung wird Theorie und Praxis von Beginn an verbunden. Sie befassen sich mit medizinischen, naturwissenschaftlichen, psychologischen und pädagogischen Grundlagen, machen sich mit Trainings- und Bewegungslehre vertraut und lernen Behandlungstechniken sowie den Einsatz physikalischer Therapiemethoden anzuwenden.
Durch den persönlichen Kontakt mit Patienten bauen Sie wichtige kommunikative Kompetenzen auf – schließlich ist die aktive Mitarbeit von Patienten entscheidend. Mit ihrem neu gewonnenen Wissen starten Sie in die praktische Ausbildung mit Schwerpunkten in den medizinischen Fachgebieten.
In dieser Phase geht es um physiotherapeutische Anwendung in:
- Chirurgie und Orthopädie
- Innere Medizin und Gynäkologie
- Neurologie und Psychiatrie
- Pädiatrie (Kinder- und Jugendmedizin)
Bedeutung und Vorteile
- Die Physiotherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Bewegungstherapie. Sie findet Anwendung bei Störungen des Bewegungsapparates, neurologischen, organischen sowie psychischen Beschwerden. Sie bietet essentielle Hilfestellung bei der Entwicklung, Erhaltung oder Wiederherstellung körperlicher und psychischer Funktionen.
- Physiotherapeuten helfen ihren Patientinnen und Patienten, chronische Erkrankungen besser zu bewältigen, sich von Verletzungen zu erholen, eventuell Operationen zu vermeiden und den Bedarf an Medikamenten zu verringern. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention und unterstützen somit ein aktives, unabhängiges Leben, was dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung entspricht.
Sie möchten Ihre Ausbildung direkt mit einem Studium kombinieren, um sich breiter aufzustellen? Dann empfiehlt sich das ausbildungsbegleitende Bachelorstudium an der MSH Medical School Hamburg – University of Applied Sciences and Medical University.
Doppelte Qualifikation für neue Wirkungskreise
Mit der Verbindung von Ausbildung und Studium erlangen Sie zwei Abschlüsse in vier Jahren: die Berufszulassung als staatlich anerkannte:r Logopäde:in und den Bachelor of Science. Das Studium beginnt parallel zu Ihrer Ausbildung an der Berufsfachschule. Die ersten sechs Semester finden ausbildungsbegleitend an Blockwochenenden statt. Nach erfolgreichem Abschluss Ihrer Ausbildung studieren Sie weitere zwei Semester in Vollzeit.
Ihr Vorteil: Wesentliche Inhalte Ihrer Ausbildung werden auf das Studium angerechnet – das spart wertvolle Zeit. Und der Arbeitsaufwand neben der Berufsausbildung ist gut zu bewältigen.
Die Ausbildungsvergütung beträgt zur Zeit:
- 1. Ausbildungsjahr: 1.280 €
- 2. Ausbildungsjahr: 1.340 €
- 3. Ausbildungsjahr: 1.435 €
Als Ausbildungskosten sind einzuplanen:
- 150 € einmalige Prüfungsgebühren
- ca. 150 € einmalig für Lehrbücher (fakultativ)
- einmalige Kosten für Impfungen (u.a. Hepatitis A und B),
- ärztliches Gesundheitszeugnis und
- einfaches polizeiliches Führungszeugnis sowie
- für Arbeitskleidung
Für das ausbildungsbegleitende Studium und die zwei Vollzeitsemester fallen ebenfalls Kosten an.
Die Zulassung zur Ausbildung
- einen mittleren Schulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Abschluss
- eine gleichwertige Ausbildung oder eine nach Hauptschulabschluss abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer
- gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufes
- bestandene Aufnahmeprüfung
- Impfungen (u. a. Hepatitis A und B) und Masernnachweis
- erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache (mind. B2- Niveau)
Ihre Bewerbung können Sie ganz einfach über das nachfolgende Online-Bewerbungsformular einreichen.
Die Zulassung zum Bachelorstudium
Für die Zulassung zum ausbildungsbegleitenden Studienabschnitt an der MSH benötigen Sie:
- Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife gemäß § 37 HmbHG
- Bestehender Ausbildungsvertrag mit dem NZT oder einen Berufsfachschule für Ergotherapie
Ihnen stehen vielfältige Einsatzgebiete offen, beispielsweise in:
- Universitätskliniken und Krankenhäusern
- Rehabilitations- und Nachsorgezentren
- ambulanten Therapiezentren
- Einrichtungen in der Altenpflege und Seniorenbetreuung
- spezifische Praxen
Das ausbildungsbegleitende Bachelorstudium bietet Ihnen darüber hinaus die Option für ein weiterführendes Masterstudium und eine wissenschaftliche Karriere an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.



