Neurologisches ZentrumNeurologische Rehabilitation

Heilung mit ganzheitlichem Ansatz

Ist der neurologische Patient in der Lage aktiv an Therapiemaßnahmen mitarbeiten, kommt er in unsere weiterführende Rehabilitation am Naherholungsgebiet Ihlsee mit 150 Betten.

Wir über uns

Auf fünf Stationen werden bei uns Patienten der Phasen C und D (BAR) behandelt. Erkrankungen des Nervensystems sind häufig mit Lähmungen, Ausfällen des Körperempfindens, Gedächtnisstörungen, Wesensveränderungen, Schwierigkeiten beim Denken und Konzentrationsproblemen verbunden. Oft ist eine Körperhälfte gelähmt, das Sprechen funktioniert nicht mehr. Daher arbeiten die Ärzte unseres Neurologischen Zentrums eng mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Musiktherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen zusammen. Sie helfen den Patienten, alltägliche Handgriffe wieder allein zu bewältigen und möglichst selbstbestimmt weiterzuleben. Bei der Anschlussrehabilitation steht die Wiedererlangung der beruflichen Fähigkeiten im Vordergrund.

Das Wiedererlangen beruflicher Fähigkeiten steht im Fokus

Grundlage der Rehabilitation ist ein ganzheitliches, alle therapeutischen Berufsgruppen einbeziehendes bio-psycho-soziales Konzept. Neben den festgestellten funktionellen Defiziten und Fähigkeitsstörungen werden Aspekte wie Risikofaktoren, eine gesundheitsbewusste Lebensführung, Krankheitsbewältigung sowie eine mögliche psychosoziale Belastung berücksichtigt. Der gemeinsam mit jedem Patienten erstellte individuelle Rehabilitationsplan hat das Ziel, den Patienten wieder in sein soziales und berufliches Umfeld zu integrieren und seine Lebensqualität wiederherzustellen.

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LeistungsspektrumBreites Angebot an Rehamaßnahmen im Neurologischen Zentrum

Diagnostik, Behandlung und therapeutische Angebote mit dem Ziel, dem Patienten wieder eine selbständige Mobilität zu verschaffen.

Das Behandlungsspektrum erstreckt sich auf die folgenden Erkrankungsbilder:

  • Gefäßabhängige (d.h. ischämische und hämorrhagische) Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark
  • Zustand nach Operation an den extra- und intrakraniellen hirnversorgenden Gefäßen oder nach Operation/Strahlenbehandlung eines Tumors des Gehirns oder Rückenmarks
  • Parkinson und andere extrapyramidale Bewegungsstörungen
  • Entzündliche Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark (einschließlich Multipler Sklerose und anderer demyelinisierender Erkrankungen)
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Verletzungen oder nach Verletzungen des Syringomyelie
  • Hypoxische Hirnschädigung nach Sauerstoffmangel
  • Traumatische, entzündliche (z.B. Guillain-Barré-Syndrom) oder ansonsten erworbene Läsionen des Motoneurons, der Nervenwurzel, des Plexus oder der peripheren Nerven
  • Nichtentzündliche, z.B. toxische, metabolische, hereditär-degenerative (Poly-) Neuropathiesyndrome und neuromuskuläre Erkrankungen (z.B. amyotrophe Lateralsklerose)
  • Epileptische und nicht epileptische Anfallsleiden (z.B. Narkolepsie)
  • Degenerative, metabolische und toxisch erworbene Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks, spino-zerebelläre Erkrankungen
  • Neuro-otologische Erkrankungen, chronische Schmerzsyndrome (z.B. chronischer Kopfschmerz, Migräne) und Polymyalgia Rheumatica, hereditäre und erworbene Myopathien
  • Operativ oder konservativ vorbehandelte Bandscheibenerkrankungen mit neurologischer Symptomatik.


Die rehabilitationsspezifische Diagnostik umfasst:

  • Assessmentverfahren im Rahmen der Funktionsdiagnostik zur Einschätzung der erreichten Fortschritte
  • Zerebrale Bildgebung mit MRT-Verfahren
  • Posturographie (Gleichgewichtsstörung)
  • Transkranielle Magnetstimulation
  • Neuropsychologische Hirnleistungstestung
  • Schluckdiagnostik

Therapeutisches AngebotPhysiotherapie

Die aktive Behandlung von Lähmungen und Bewegungsstörungen ist das Hauptarbeitsfeld der Physiotherapie. Dabei kooperieren wir mit benachbarten Fachdisziplinen.

Lähmungen, Spastizität, Störungen der Bewegungskoordination, einschießende unwillkürliche und vom Patienten schwer zu kontrollierende Bewegungen und Sensibilitätsstörungen werden in einem systematischen physiotherapeutischen Therapieprogramm behandelt. Dafür ist eine hohe Motivation des Patienten und Bereitschaft zur Mitarbeit erforderlich. In enger Zusammenarbeit mit den Ergotherapeuten und der Pflege werden die vorliegenden motorischen Störungen systematisch abgebaut. Das Ziel ist die Wiederherstellung von Bewegungsabläufen, die der natürlichen Motorik möglichst nahekommen bzw. ein hohes Maß an selbstständiger Mobilität gewährleisten. 

Kombination verschiedener physiotherapeutischer Schulen

Im Neurologischen Zentrum sind alle in der neurologischen Rehabilitation wichtigen physiotherapeutischen Schulen vertreten. Die Therapiestrategien sind dabei jeweils so aufgebaut, dass wirksame Behandlungsansätze der einen traditionellen Schule durchaus mit Techniken einer anderen Schule und/oder mit neueren Therapiemethoden kombiniert werden. Um die Notwendigkeit wiederholter Übungen (repetitives Training) in der Therapiekonzeption zu stärken, werden gerätegestützte Verfahren ergänzend eingesetzt und gefördert. Dementsprechend ist die physiotherapeutische Abteilung des Neurologischen Zentrums in der Lage, motorische Störungen von Patienten zu behandeln, die durch Schädigungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie des Muskels entstandenen sind. Für einige Patienten der Rehabilitationsphase C spielen darüber hinaus auch funktionserhaltende sowie komplikationsverhindernde Maßnahmen, wenn nötig aber auch die Erarbeitung von Kompensationsstrategien eine große Rolle. Minderung drohender Spastizität, Verhütung spastizitätsbedingter Kontrakturen und Gelenkfehlstellungen, teilweise mit unterstützendem Casting (Stützschienen) und Taping sowie Botulinumtoxintherapie, Gewöhnen des Patienten an die aufrechte Körperhaltung (Stehpult, Kipptisch), Anbahnen einer selbständigen Steh- und Gehfunktion, Förderung alltagsgerechter Extremitätenmotorik, Atemtherapie etc. sind hier zu nennen. 
 

Robotik

Zur Erhöhung der Therapieintensität stehen Patienten aller Schweregrade zukunftsweisende Geräte zur Verfügung:  Roboter-gestützte Gangtrainer (G-EO), Laufband mit dem Ansatz des Videogaming, welches Drucksensoren und Laser unterstützt arbeitet (C-Mill), Gang- und Gleichgewichtstrainer mit dynamischer Körpergewichtsentlastung (Vector).

Anleitung und Kontrolle

Besonders wichtig ist die ständige Anleitung und Kontrolle durch einen rehabilitationsneurologisch besonders erfahrenen Arzt, um die Behandlungsstrategie auf die sich verändernde Patientensymptomatik anzupassen, aber auch um therapieinduzierte Komplikationen nicht entstehen zu lassen. Gemeinsam mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Ärzten und dem Sozialdienst wird die erforderliche Hilfsmittelversorgung veranlasst und der Patient im Rahmen einer speziellen Trainingstherapie mit der Benutzung des Hilfsmittels vertraut gemacht. Ebenfalls gemeinsam mit den Ergotherapeuten erarbeiten Physiotherapeuten ein auf den individuellen Patienten zugeschnittenes Trainingsprogramm zur nachstationären Sicherung und Festigung des Rehabilitationserfolgs (Nachsorge).

Bewegung und Gangtherapie

Die therapeutischen Angebote aus der Bewegungs- und Sporttherapie richten sich vorwiegend an die Patienten der Rehabilitationsphase D, die geringere körperliche und kognitive Beeinträchtigungen aufweisen. Angeboten wird eine Reihe von Gruppentherapieprogrammen, die zum Teil spielerisch, zum Teil als sequentielle Therapieformen an speziellen Therapiegeräten (z.B. Medizinische Trainingstherapie) durchgeführt werden. In Abhängigkeit von seinen individuellen physischen Voraussetzungen nimmt der Rehabilitand regelmäßig am Ergometertraining sowie an weiteren, die individuelle körperliche Leistungsfähigkeit verbessernden Trainingsmaßnahmen teil (z.B. Fitness-Gruppen). Auch ein entsprechend an die Defizite angepasstes Rollstuhltraining wird durchgeführt, wenn nötig können auch Zusatzantriebe (Elektroantrieb, Restkraftverstärker) zum Einsatz gebracht werden.

THERAPEUTISCHES ANGEBOTBotulinumtoxin-Behandlung

Botulinumtoxin ist ein hochpotentes Nervengift und wird zur Behandlung von krankhaften Muskeltonuserhöhungen eingesetzt.

Der Vorteil gegenüber anderen tonussenkenden Medikamenten besteht in der genauen Lokalisierbarkeit der Anwendung, d.h. Botulinumtoxin wird nur in die betroffenen Muskeln gespritzt, ohne dass Nebenwirkungen in anderen Körperregionen zu erwarten sind. Im Normalfall handelt es sich um eine langfristige Therapie, die ca. alle 3 Monate wiederholt werden muss. 

Verbesserte Bewegung dank Botulinumtoxin

Bei spastischer Muskeltonuserhöhung, wie z.B. nach Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose, erfolgt die Anwendung entweder unter pflegerischen oder unter funktionell-wiederherstellenden Gesichtspunkten, z.B. zur Verbesserung der Handfunktion oder des Gehens. Die Behandlung sollte immer mit übenden Therapieverfahren (Ergotherapie, Physiotherapie) kombiniert werden. Für Patienten des Neurologischen Zentrums besteht die Möglichkeit einer Botulinumtoxin-Behandlung vor oder auch nach einem stationären Aufenthalt in der Spastiksprechstunde oder im Rahmen einer tagesklinischen Behandlung.
Bei dystonen Muskeltonuserhöhungen, wie z.B. bei einem Torticollis spasmodicus (Schiefhals) oder Blepharospasmus, ist in der Regel eine ambulante Behandlung in der Sprechstunde für Bewegungsstörungen bei dem Chefarzt Prof. Dr. Björn Hauptmann ausreichend.

Zur Terminvereinbarung oder bei anderen Fragen wenden Sie sich bitte telefonisch an das Sekretariat 04551 802-5801.

THERAPEUTISCHES ANGEBOTPhysikalische Therapie

Hilfe nicht nur bei orthopädischen Erkrankungen. In der physikalischen Therapie werden im Neurologischen Zentrum der Segeberger Kliniken bei der Behandlung neurologischer und orthopädischer Erkrankungen insbesondere Muskeltonus abbauende Maßnahmen angewandt (Fangoanwendungen, Massage, Heißluft, hydroelektrische Bäder).

Selbstverständlich wird auch bei neurologisch erkrankten Patienten mit neuroorthopädischen Erkrankungen oder orthopädischen Begleitsymptomen auf das physikalisch-medizinische Repertoire zurückgegriffen. Dies gilt insbesondere für solche Patienten, die im Zusammenhang mit einer neurologischen Erkrankung Schmerzsyndrome (z.B. schmerzhafte Schulter des halbseitig gelähmten Patienten, Ernährungsstörungen der Hand – eine sog. Algodystrophie) entwickelt haben oder an primär schmerzhaften neurologischen Erkrankungen (z.B. Polyneuropathien mit erheblichen schmerzhaften Missempfindungen) leiden. Kälte- und Wärmeanwendungen sowie Strombehandlungen stehen hier zur Verfügung. Insbesondere bei Patienten mit zentralen Paresen der oberen Extremität wird zur Prophylaxe bzw. Behandlung einer Algodystrophie der Hand eine Lymphdrainage-Behandlung häufig erforderlich sein. Sie bildet mit ihrer die aktivierenden Therapieformen unterstützenden Funktion einen Kernbestandteil der komplex strukturierten Arm- und Handrehabilitation. 

EMG und Elektrostimulation

Darüber hinaus erfolgt die Anwendung der konventionellen Elektrostimulation und insbesondere der EMG-getriggerten Elektrostimulation durch die Physikalische Abteilung. Für die EMG-getriggerte Elektrostimulation werden geeignete Patienten dahingehend geschult, dass sie diese nach der Entlassung zu Hause als Eigentraining fortführen können.

THERAPEUTISCHES ANGEBOTErgotherapie

Förderung der Handlungsfähigkeit im Alltag.

Ziel der Ergotherapie ist die Wiederherstellung der körperlichen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten und somit eines Leistungsvermögens, das es erlaubt, wieder in den Alltag, in Beruf, Freizeit und in das soziale Umfeld zurückzukehren.
 

Hauptzielsetzung ist die Förderung von Aktivitäten alltäglicher Lebensführung. Die Ergotherapie führt daher Selbsthilfetraining in den Bereichen des Waschens und Ankleidens, des Essens, der Frühstückszubereitung, des Kochens und Einkaufens, des Rollstuhlfahrens oder des Schreibens durch. Es werden aber auch berufsspezifische Inhalte wie beispielsweise das Arbeiten an einem ergonomischen PC-Arbeitsplatz geübt oder eine Hilfsmittelerprobung am PC durchgeführt. Dies ermöglicht ein Training ebenso wie eine Erprobung der physischen und kognitiven Leistungsfähigkeit in einer der realen Arbeitswelt ähnlichen Atmosphäre. Zusätzlich stehen ein Werkstattbereich sowie eine Übungsküche zur Verfügung.
Entsprechend der vielfältigen Krankheitsbilder und Symptomkomplexe kommen verschiedene Behandlungskonzepte zum Einsatz. In den funktionellen Übungsbehandlungen werden z.B. die feinmotorischen Fertigkeiten der Hand sowie die Sensibilität und Wahrnehmung trainiert, aber auch Störungen der Handlungs- oder Bewegungssequenzen positiv beeinflusst. 
 

Lernen durch Wiederholung

Bei der Wiedererlangung motorischer Fertigkeiten wird ein besonderes Augenmerk auf die Anwendung repetitiver symptom- und aufgabenorientierter Trainingsstrategien gelegt.
So kommen modernste, auf neurowissenschaftlichen Grundlagen basierende und – vor allen Dingen – wissenschaftlich evaluierte Therapien zum Einsatz wie:

  • Spiegeltherapie
  • Arm-Fähigkeits-Training (AFT®) Forced-Use-Therapy (FUT) oder Constraint-Induced-Movement-Therapy (CIMT)Unterstützt werden diese neuen Therapieverfahren durch gerätespezifische Therapien, wie den Bi-Manu-Track™, Armeo™, AMADEO™ und Reha-Digit™
     

THERAPEUTISCHES ANGEBOTLogopädie

Die Sprache wieder erlernen.

Zum Arbeitsbereich der Logopäden gehören die Diagnostik und die Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sowie Lähmungen im Gesichtsbereich.

Die Abteilung Logopädie im Neurologischen Zentrum versorgt die Bereiche der Akutneurologie, der Frührehabilitation und der Neurologischen Rehabilitation. Es werden sowohl Einzel- als auch Gruppentherapien angeboten.

Sprachstörungen

Bei einer Aphasie ist die Sprache auf der Ebene der Wortfindung, der Wortwahl, der Kombination von Lauten zu Wörtern, des Satzbaus und des Sprachverständnisses gestört. Zusätzlich können das Lesen und das Schreiben beeinträchtigt sein.
 

Sprechstörungen

Bei einer Dysarthrie ist die Koordination der am Sprechen beteiligten Organe (Zwerchfell, Kehlkopf, Zunge, Lippen und Gaumen) gestört. Die Sprechmuskulatur kann geschwächt oder gelähmt sein, und es kann zu Stimmstörungen kommen.
 

Lähmungen im Gesichtsbereich

Bei einer Fazialisparese ist die Bewegung und die Koordination der mimischen Muskulatur eingeschränkt.

Schluckstörungen

Bei einer Dysphagie sind die Nahrungsaufnahme und das Schlucken von Speichel durch Lähmungen, mangelnde Koordination der Muskeln im Mund und im Rachen oder Einschränkungen der Wahrnehmung gestört. Aufgrund einer Atem- und Schluckstörung ist es teilweise notwendig, sodass Patienten zum Schutz der Lunge eine Trachealkanüle bekommen. Innerhalb der logopädischen Therapie wird versucht, die Atem- und Schluckfunktion zu verbessern, so dass die Patienten von der Trachealkanüle entwöhnt werden und eventuell wieder selber essen und trinken können. Diese Patienten müssen meist über eine Magensonde ernährt werden.

Schluckuntersuchung mittels Endoskopie (FEES)

Zur Erweiterung der klinischen Diagnostik und Abklärung der Aspirationsgefahr wird eine Fiberoptische Endoskopische Evaluation der Schluckfunktion (FEES) unter Leitung einer   zertifizierten FEES-Ausbilderin durchgeführt. Mithilfe eines durch die Nase in den Rachen eingeführten flexiblen, dünnen Endoskops kann bei den meisten Menschen durch Betrachtung des unteren Rachens und des Kehlkopfeingangs direkt vor und nach dem Schlucken eine gute Aussage zur Vollständigkeit des Schluckens und zur Gefahr der Aspiration, d. h. des Gelangens von Speisen oder Flüssigkeiten in die Luftröhre, getroffen werden. Bei diesem für die meisten Menschen wenig belastenden Untersuchungsverfahren können insbesondere auch die Effektivität von in der Therapie erlernten Hilfsmanövern und die Verträglichkeit unterschiedlicher Kostkonsistenzen überprüft werden. In einzelnen Fällen führen wir bei Bedarf ergänzend eine endoskopische Untersuchung der Luftröhre und der Kehlkopfunterseite durch, wenn ein Tracheostoma, eine künstliche Luftröhrenöffnung, vorhanden ist.

Therapeutisches AngebotNeuropsychologie

Nicht nur das Gedächtnis fördern.

Die neuropsychologische Diagnostik umfasst eine ausführliche testpsychologische Erfassung kognitiver Funktionen wie z. B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache, visuell-räumliche, räumlich-konstruktive Leistungen und exekutive Funktionen. Auch Gesichtsfelduntersuchungen können erfolgen. Bei der neuropsychologischen Therapie handelt es sich um psychologische Interventionen, die auf der Grundlage neurowissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse gewonnen wurden und zur Behandlung von Patienten mit organisch bedingten psychischen Störungen eingesetzt werden.

Die neuropsychologische Therapie im Neurologischen Zentrum unterscheidet je nach diagnostizierter Störung drei grundlegende Behandlungsformen: Funktionstherapien, Kompensationstherapien und Psychotherapie. Das Therapiekonzept beinhaltet eine indikationsspezifische Anwendung der einzelnen Methoden als Bestandteil eines umfassenden interdisziplinären Behandlungskonzeptes, wobei Kompensations- und Restitutionsansätze im zeitlichen Verlauf der Erkrankung auch parallel durchgeführt werden können und nicht notwendigerweise sukzessiv angewandt werden müssen.
Zusätzlich zu den Funktions- und Kompensationstherapien werden in der Neuropsychologischen Abteilung psychotherapeutische Interventionen zur Verhinderung bzw. zur Behandlung psychischer Störungen als Folge eines akuten oder chronischen neurologischen Krankheitsgeschehens durchgeführt. Dabei werden mögliche emotionale Veränderungen und Verhaltensprobleme im Rahmen der Krankheitsbewältigung auch unter Einbeziehung der Angehörigen fokussiert.

 

Gesundheitsschulung und Erlernen einer Entspannungstherapie

Im Rahmen der Gesundheitsschulung werden zur Verbesserung der psychologischen Regulationskompetenz die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und das Autogene Training angeboten. Zusätzlich werden in regelmäßigen Abständen Vorträge und Schulungen zu den Themen „Alltagsdrogen“, „Stress– und Stressbewältigung“ sowie zu speziellen Problembereichen einzelner Krankheiten, z.B. Multipler Sklerose, gehalten.
 

 

Therapeutisches AngebotMusiktherapie

Musik löst in seinen vielfältigen Facetten positive Empfindungen aus und eignet sich daher sehr gut für die Therapie.

Musik hat einen großen Einfluss auf Menschen und fast jeder hat einen Bezug zur Musik. Sei es, dass er selbst ein Instrument spielen kann oder früher einmal gelernt hat. Vielleicht hört der eine oder andere auch einfach gerne Musik oder genießt es, in Gesellschaft zu singen. Dabei hat die Musik viele Facetten: sie ist fröhlich oder traurig, schnell oder langsam, beruhigend oder aufmunternd und aktivierend.

Die verschiedenen Facetten, die von der Musik ausgelöst werden, nutzen wir in der Musiktherapie auf verschiedene Arten. Dabei ist es nicht wichtig, dass Sie als Patient Erfahrungen oder Wissen im musikalischen Bereich haben. An der Musiktherapie kann jeder teilnehmen, der an Musik interessiert ist oder die Musik und ihren Rhythmus zur Unterstützung von Bewegungen nutzen möchte.

Rhythmisch-Akustisches Gangtraining - Hier können Sie gemeinsam mit der Therapeutin einen für Sie passenden Rhythmus erarbeiten, der Ihnen hilft, größere und gleichmäßigere Schritte durchzuführen. Dabei besteht die Möglichkeit, diesen Rhythmus in einem für Sie geeigneten Musikstück wiederzufinden, welches Ihnen dauerhaft helfen soll, große und regelmäßige Schritte durchzuführen.

Bei der Therapeutisch Instrumentalen Musikperformance werden Musikinstrumente auf eine Art genutzt, wodurch Sie bestimmte Bewegungen trainieren können. Es geht hierbei nicht (unbedingt) darum, ein Instrument zu erlernen, sondern es werden Instrumente auseinandergestellt, um großamplitudige Bewegungsübungen im Rhythmus durchführen zu können, Instrumente werden so angeordnet, dass Koordinationsübungen oder Gleichgewichtsübungen durchgeführt werden können. Andererseits können Sie wiederum durch gezieltes Gitarre Üben die feinmotorischen und koordinativen Fähigkeiten trainieren. Dieses Training können Sie sowohl in der Einzeltherapie durchführen, in der Gruppe kann es aber manchmal noch mehr Spaß machen.

Beim gemeinsamen Therapeutischen Singen können Sie mit Freude Ihre Stimmqualität verbessern und die Stimmkraft dauerhaft stärken. Je nach musikalischer Vorliebe können Sie gemeinsam mit anderen Patienten singen oder auch in der Einzeltherapie alleine Lieder auswählen und üben.

Die Verbesserung der Stimmkraft und der Stimmqualität wird in der Vokalen Intonationstherapie noch einmal verstärkt, indem Sie verschiedene Atem-, Stimm- und Gesangsübungen lernen, die Sie auch zu Hause weiter durchführen können. Auch diese Therapieform kann sowohl in der Gruppe als auch im Einzelsetting durchgeführt werden.

Das Rhythmische Sprechtraining kann Ihnen helfen, verständlich zu artikulieren.

Unterbringung

Die Patienten werden in geräumigen Ein- oder Zwei-Bett-Zimmern im Neurologischen Zentrum untergebracht, ganz in der Nähe des Erholungsgebiets Ihlsee. Die Zimmer sind mit TV, Telefon, Wlan und Duschbad ausgestattet, dabei behindertengerecht und auf das Störungsmuster neurologisch und neuropsychologisch erkrankter Patienten abgestimmt. Des Weiteren sind alle Klinikbereiche behinderten- und rollstuhlgerecht. 

Ausreichend mobile, junge Patienten, insbesondere mit MS oder Schlaganfall, bringen wir in Einzelzimmern auf drei Stationen im Klinikgebäude Am Kurpark unter, nahe am Großen Segeberger See gelegen. Die Zimmer sind mit TV, Telefon, Wlan und Duschbad ausgestattet. 

Vielseitiges Speiseangebot

Im gesamten Klinikverbund besteht Vollverpflegung. Es besteht eine reichhaltige Auswahl an leichter Kost, vegetarischen Gerichten, Vollkost oder dem Angebot einer bei Stoffwechselstörungen angepassten Diät. Zusätzlich sind Mahlzeiten ohne Schweinefleisch möglich. Mehrere Cafés bieten darüber hinaus weitere kulinarische Angebote.

Unterbringung von Angehörigen kein Problem

Die Unterbringung von Begleitpersonen/Kindern ist bei uns möglich. Während der Therapien werden die Kinder in der hauseigenen Kinderbetreuung untergebracht.

Freizeitangebote für Patienten

  • Regelmäßig Dia- und Fachvorträge zu verschiedenen Themen im eigenen Haus
  • Tanzkurse, Konzerte, Lesungen, Kino, Spielabende und Andachten
  • Zusätzlich bieten wir Ausflüge in die Landeshauptstadt Kiel, die Hansestadt Lübeck und in die nahegelegenen Ostseebäder an
  • Die zentrumsnahe Lage ermöglicht unseren Gästen die Teilnahme an kulturellen Angeboten der Stadt Bad Segeberg
     
TeamDas Team der Neurologie

Damit Sie wissen, mit wem Sie es während Ihres Aufenthalts bei uns zu tun haben, stellen wir Ihnen unsere Ärzte gerne vor.

Ärztlicher Direktor / Chefarzt Neurologie
Prof. Dr. med. José Manuel Valdueza
Facharzt für Neurologie und Neurochirurgie
Physikalische Therapie und Spezielle Neurochirurgische Intensivmedizin
Sekretariat Neurologie
Sylvia Dürkop
Chefarztsekretärin
Chefarzt Parkinson und Bewegungsstörungen
Prof. Dr. Björn Hauptmann
Facharzt für Neurologie
Klinische Geriatrie, Spezielle Neurologische Intensiv- und Sozialmedizin
Chefarzt Frührehabilitation und Neurointensivmedizin
Dr. med. Jan Brocke
Facharzt für Neurologie
Intensivmedizin
Oberärztin
Anna Brandt
Fachärztin für Neurologie
Oberärztin
Dr. med. Michaela Fritzmannova
Fachärztin für Neurologie
Oberärztin
Dr. med. Dipl.-Psych. Dorothea Lisa Hollinde
Fachärztin für Neurologie
Klinische Geriatrie
Oberarzt
Shahan Shahbaz
Facharzt für Neurologie
Oberarzt
Dr. med. Rolf Klee
Facharzt für Neurologie
Oberarzt
Rahim Samad-Yazdchi
Facharzt für Neurologie
Oberärztin
Dr. med. Voahanginirina Ludwigh
Fachärztin für Innere Medizin
Nephrologie
Oberarzt
Belal Ali Jabr
Facharzt für Neurologie
Funktionsoberärztin
Carolin Steffens
Ärztin
Funktionsoberarzt
Bartosz Krasowski
Arzt
Leitende Psychologin
Dipl. Psych. Christa Letsch