Notfall Symposium Nord 2026

Neue Impulse für die Zusammenarbeit von Rettungsdienst und Klinik

Die Versorgung von Menschen mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt zu den größten Herausforderungen der Notfallmedizin. Beim 1. Notfall Symposium Nord, das im VITALIA Seehotel in Bad Segeberg stattfand, standen genau diese Situationen im Mittelpunkt. Veranstaltet wurde das Symposium vom Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken in Zusammenarbeit mit der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH).

Intensiver Austausch und praxisnahe Diskussionen

Im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung erhielten die über 100 Teilnehmenden ein umfassendes Update zur modernen Reanimationsbehandlung. Das Programm bildete den gesamten Versorgungsweg ab, von den ersten Maßnahmen im Rettungsdienst über weiterführende Behandlungsoptionen im Krankenhaus bis hin zur Nachsorge in spezialisierten Zentren.

Nach der Begrüßung durch Herrn Prof. Dr. med. Holger Nef, Klinikdirektor und Chefarzt des Herz- und Gefäßzentrums der Segeberger Kliniken und Herrn Dr. med. André Gnirke, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der RKiSH, lag der erste Schwerpunkt auf der präklinischen Versorgung. Dabei wurde aufgezeigt, wie frühe Wiederbelebungsmaßnahmen, strukturierte Abläufe und eine enge Abstimmung zwischen Leitstelle und Rettungsdienst die Überlebenschancen entscheidend verbessern können.

„Wir wollen mit dieser Veranstaltung einen Raum schaffen, in dem Erfahrungen aus dem Rettungsdienst und der Klinik unmittelbar aufeinandertreffen und neue Impulse für die Versorgung von Patienten nach plötzlichem Herztod entstehen“, so Herr Prof. Dr. med. Holger Nef. „Der offene Dialog zwischen Präklinik und Klinik ist ein entscheidender Schlüssel für eine qualitativ hochwertige Notfallversorgung dieser Patienten.“

Gemeinsame Fortbildung von Rettungsdienst und Klinik

Weitere Programmpunkte widmeten sich modernen Therapieansätzen in der Klinik. Vorgestellt wurden unter anderem erweiterte Wiederbelebungsverfahren sowie der Einsatz spezieller Herz-Lungen-Unterstützungssysteme bei ausgewählten Patientinnen und Patienten. Auch die Behandlung nach erfolgreicher Wiederbelebung in Cardiac Arrest Centern wurde thematisiert.

Neben medizinischen Aspekten spielte auch die Organisation der Notfallversorgung eine wichtige Rolle. In Vorträgen und Diskussionen ging es um Teamarbeit unter Zeitdruck, Kommunikation in Ausnahmesituationen und die mentale Belastung von Einsatzkräften. Anhand praktischer Beispiele wurde deutlich, wie wichtig eingespielte Teams und klare Entscheidungswege für eine sichere Versorgung sind.

Teamarbeit und klare Abläufe als Erfolgsfaktor

„Das Symposium hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig und entscheidend es ist, medizinisches Fachwissen, praktische Erfahrung und gute Zusammenarbeit miteinander zu verbinden“, erklärt Herr Gamal Abdallah, Leitender Oberarzt der Intensivstation. Ziel war es, aktuelles Wissen praxisnah zu vermitteln und den interdisziplinären Dialog zu fördern“.

Frau Kristin Leonhard, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme der Allgemeinen Klinik Bad Segeberg und wissenschaftliche Leiterin der Veranstaltung, ergänzt: „Der Austausch zwischen Rettungsdienst und Klinik ist entscheidend, um Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten. Nur wenn Rettungsdienst und Klinik die jeweiligen Perspektiven und Abläufe kennen, können Prozesse weiter optimiert und Behandlungswege verbessert werden.“

Das 1. Notfall Symposium Nord stieß bei den Teilnehmenden auf große Resonanz. Der intensive Austausch, praxisnahe Vorträge und offene Diskussionen macht deutlich, wie groß das Interesse an einer engeren Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Klinik ist.