Wann muss ich zum Kardiologen? – Warnsignale des Herzens richtig deuten

Symptome erkennen - Risiken vermeiden

Ein Druckgefühl in der Brust, ungewohnte Atemnot beim Treppensteigen oder plötzliches Herzstolpern: Viele Menschen erleben solche Beschwerden im Alltag und nehmen sie zunächst nicht ernst. Doch genau diese Symptome können erste Hinweise auf eine Herzerkrankung sein. Werden diese rechtzeitig erkannt und medizinisch abgeklärt, lassen sich schwere Komplikationen oft vermeiden.

Viele Patientinnen und Patienten kommen erst dann zu uns, wenn die Beschwerden bereits stark ausgeprägt oder Folgeschäden entstanden sind“, erklärt Herr Thomas Thielsen, Ärztlicher Leiter des Herz- und Gefäßzentrums der Segeberger Kliniken am Standort Norderstedt. „Dabei sendet das Herz häufig schon früher Signale, die man ernst nehmen sollte, vor allem aber erkennen muss. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich Herzkrankheiten oft lange vorher ankündigen, etwa durch Belastungsdyspnoe (Atemnot bei körperlicher Anstrengung), wiederkehrenden Brustdruck oder Herzrhythmusstörungen.“

Typische Warnsignale des Herzens

Zu den häufigsten Beschwerden, bei denen eine kardiologische Abklärung sinnvoll ist, gehören:

  • Brustschmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb, besonders bei körperlicher Belastung
  • Neu auftretende Atemnot, auch bei leichter Anstrengung oder im Liegen
  • Herzstolpern oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Schwindel oder Ohnmachtsanfälle
  • Ungewöhnliche Müdigkeit und allgemeine Leistungsschwäche
  • Schmerzen, die in Arm, Rücken, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen

Diese Symptome können auf verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen, von Herzrhythmusstörungen über Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße bis hin zu Herzklappenerkrankungen oder einer beginnenden Herzschwäche.

Vorsorge kann Leben retten

Neben akuten Beschwerden spielt auch die Vorsorge eine wichtige Rolle. Besonders Menschen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten, Übergewicht, Raucher, oder Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten ihre Herzgesundheit überprüfen lassen.

„Herzgesundheit beginnt nicht erst bei Beschwerden“, betont Herr Prof. Dr. med. Holger Nef, Klinikdirektor und Chefarzt des Herz- und Gefäßzentrums der Segeberger Kliniken. „Vorsorgeuntersuchungen und ein bewusster Lebensstil helfen, Risiken frühzeitig zu minimieren und rechtzeitig gegenzusteuern.

Neben der fachärztlichen Anamnese stehen modernste diagnostische Verfahren auch unter Einbeziehung von KI zur Verfügung und ermöglichen es heute, Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und individuell zu behandeln. Gerade bei Menschen mit bekannten Risikofaktoren empfehlen wir, das Herz auch bei jüngerem Alter von 45-50 Jahren zumindest einmal kardiologisch untersuchen zu lassen.“

Früh reagieren – Komplikationen vermeiden

Studien zeigen, dass eine frühzeitige, effektive Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterin das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich senken kann. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Rauchverzicht und Gewichtskontrolle trägt zusätzlich zur Herzgesundheit bei.

„Wichtig ist, die Signale des eigenen Körpers ernst zu nehmen“, so Herr Thomas Thielsen. „Wer Beschwerden wie Brustdruck, Atemnot oder Herzstolpern bemerkt, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. Unser Ziel ist es, Herzkrankheiten möglichst früh zu erkennen – bevor schwerwiegende Komplikationen auftreten.“

Umfassende Versorgung im Herz- und Gefäßzentrum Norderstedt

Das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken am Standort Norderstedt bietet Patientinnen und Patienten eine umfassende Diagnostik, moderne Therapieansätze und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken ist eines der größten in Norddeutschland. Es gliedert sich in die Bereiche: Kardiologie und Angiologie mit der Sektion Gefäßchirurgie, der Klinik für Herzchirurgie, der Abteilung für Kardioanästhesie sowie der kardiologischen Rehabilitation. Diagnostik und Therapie aller Erkrankungen des Herzens und der Gefäße sind möglich.

Durch den Einsatz modernster Technologien und innovativer Behandlungskonzepte trägt das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken maßgeblich zur Weiterentwicklung der kardiologischen Versorgung in Deutschland bei.