Kardio-Infektiologie: Endokarditis, Myokarditis und entzündliche Herzerkrankungen
Spezialisierte Herzdiagnostik und Behandlung
Wir über uns
Diagnostik und individuelle Behandlung von infektiösen und entzündlichen Herzerkrankungen
Das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken vereint ein umfassendes interventionelles Spektrum mit einer herzchirurgischen Abteilung und verfügt über eine besondere Expertise in der Diagnostik und Behandlung infektiöser und entzündlicher Erkrankungen des Herzens.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der infektiösen Endokarditis sowie auf der Myokarditis und anderen entzündlichen myoperikardialen Erkrankungen.
Diese Krankheitsbilder stellen häufig komplexe diagnostische und therapeutische Herausforderungen dar. Eine frühzeitige, strukturierte und interdisziplinäre Abklärung ist entscheidend, um die Erkrankung sicher zu diagnostizieren, Komplikationen zu vermeiden und eine individuell angepasste Therapie einzuleiten.

Endokarditis
Fachübergreifend und umfassend behandelt
Die infektiöse Endokarditis ist eine komplexe und potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die sich häufig über Wochen unentdeckt entwickelt und aufgrund ihrer oft unspezifischen Symptome eine besondere diagnostische Herausforderung darstellt.
Jeder Verdacht auf eine Endokarditis wird in unserem wöchentlichen interdisziplinären Endokarditis-Board besprochen. In diesem spezialisierten Gremium werden alle relevanten diagnostischen Befunde zusammengeführt und gemeinsam ein individueller, leitliniengerechter Behandlungspfad festgelegt – von der weiterführenden Bildgebung über die antiinfektive Therapie bis hin zur interventionellen oder herzchirurgischen Versorgung.
So ermöglichen wir eine koordinierte Behandlung aus einer Hand und arbeiten dabei eng mit zuweisenden Ärztinnen und Ärzten sowie externen Kliniken zusammen.
Hohe Erfahrung und Spezialisierung
Kurze Entscheidungswege und enge Zusammenarbeit
Als erfahrenes Zentrum verfügen wir über eine ausgeprägte Expertise in der Betreuung komplexer Endokarditisfälle. Einschließlich Patientinnen und Patienten mit Klappenprothesen, Devices oder komplizierten Verläufen.
Die enge Verzahnung aller beteiligten Fachdisziplinen ermöglicht kurze Entscheidungswege und eine nahtlose Versorgung.

Moderne Bildgebung
Eine präzise Diagnostik ist zentral für die Endokarditisbehandlung. Wir bieten das gesamte Spektrum der kardialen Echokardiographie:
Transthorakale Echokardiographie (TTE)
Transösophageale Echokardiographie (TEE)
Gerne können auch Bilddaten aus externen Krankenhäusern in unserem Endokarditis-Board vorgestellt und gemeinsam beurteilt werden.
Interdisziplinäres Endokarditis-Board
Das Endokarditis-Board der Segeberger Kliniken setzt sich aus folgenden Expertinnen und Experten zusammen:
Kardiologe/Kardiologin mit Erfahrung in interventionellen Klappenprozeduren
Kardiologe/Kardiologin mit Schwerpunkt kardiale Bildgebung
Herzchirurg/Herzchirurgin
Facharzt/Fachärztin für Innere Medizin
Facharzt/Fachärztin mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
Hygienebeauftragte der Segeberger Kliniken
Facharzt/Fachärztin für Mikrobiologie (extern)
Apotheker/Apothekerin (extern)
Diese interdisziplinäre Zusammensetzung gewährleistet eine ganzheitliche Betrachtung jedes einzelnen Falles – medizinisch, mikrobiologisch, hygienisch und therapeutisch. Bei spezielleren Fragestellungen wird das Board entsprechend ergänzt.
Umfassende Therapieoptionen
Abhängig vom individuellen Krankheitsbild stehen alle modernen Therapieformen zur Verfügung:
Interventionelles kardiologisches Zentrum
Device-Operationen
Herzchirurgische Versorgung
Intensivmedizinische Betreuung
Ambulante Fortführung der antibiotischen Therapie bei geeigneten Patientinnen und Patienten
Seit Neuestem besteht bei uns zudem die Möglichkeit, die intravenöse antibiotische Therapie einer Endokarditis unter geeigneten Voraussetzungen ambulant fortzuführen. Dies kann insbesondere für Patientinnen und Patienten mit einem stabilen klinischen Verlauf nach abgeschlossener initialer Diagnostik und Therapie im Krankenhaus eine attraktive Möglichkeit darstellen.
Ob eine ambulante Weiterbehandlung infrage kommt, wird individuell und interdisziplinär unter Berücksichtigung des Erregers, des Infektionsverlaufs, der notwendigen Antibiotikatherapie, möglicher Komplikationen sowie der häuslichen und medizinischen Rahmenbedingungen entschieden. Eine engmaschige ärztliche Kontrolle und die erforderliche Labordiagnostik werden dabei sichergestellt.
Damit ermöglichen wir – wenn medizinisch vertretbar – eine sichere Fortführung der antiinfektiven Therapie außerhalb des stationären Umfelds und können gleichzeitig unnötig lange Krankenhausaufenthalte vermeiden. So kann die Therapie jederzeit flexibel an den klinischen Verlauf angepasst werden.

Sport und körperliche Aktivität nach Myokarditis
Eine besondere Bedeutung hat die Frage nach der weiteren körperlichen und sportlichen Belastbarkeit nach einer Myokarditis.
Gerade für junge, sportlich aktive Patientinnen und Patienten sowie Leistungssportlerinnen und -sportler ist die Frage, wann und unter welchen Voraussetzungen eine Rückkehr zum Training und zum Sport möglich ist, von großer persönlicher Bedeutung.
Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit unserer sportkardiologischen Ambulanz. Auf Grundlage der aktuellen ESC-Empfehlungen erfolgt eine individuelle Beurteilung der körperlichen Belastbarkeit und des Risikos, anstatt eine pauschale Empfehlung zur langfristigen Sportpause auszusprechen.
Je nach Krankheitsverlauf können hierfür unter anderem die klinische Symptomatik, Laborparameter, Echokardiographie, kardiale MRT, Langzeit-EKG und eine gezielte Belastungsuntersuchung berücksichtigt werden.
Unser Ziel ist es dabei, Sicherheit und Lebensqualität miteinander zu verbinden: Einerseits sollen Risiken durch eine zu frühe intensive körperliche Belastung vermieden werden, andererseits soll insbesondere jungen und sportlich aktiven Menschen nach überstandener Myokarditis eine möglichst sichere und gut begründete Rückkehr zu Bewegung und Sport ermöglicht werden.
Inflammatorisches myoperikardiales Syndrom (IMPS)
Ein weiterer Schwerpunkt unseres Zentrums ist die Diagnostik und Behandlung der Myokarditis sowie anderer entzündlicher Erkrankungen des Herzmuskels und Herzbeutels.
Die aktuellen ESC-Leitlinien 2025 fassen Myokarditis und Perikarditis erstmals in einer gemeinsamen Leitlinie zusammen und führen mit dem Begriff „Inflammatory Myopericardial Syndrome“ (IMPS) einen übergeordneten Begriff für das Spektrum entzündlicher Erkrankungen des Herzmuskels und Herzbeutels ein.
Das klinische Spektrum reicht von einer isolierten Myokarditis oder Perikarditis bis hin zu kombinierten Formen wie der Myoperikarditis und Perimyokarditis. Die Diagnostik und Therapie werden individuell an die klinische Präsentation, den Krankheitsverlauf und das individuelle Risikoprofil angepasst.
Moderne Diagnostik mit kardialer MRT
Eine besondere Bedeutung besitzt dabei die kardiale Magnetresonanztomographie (MRT).
Die kardiale MRT ermöglicht eine detaillierte Beurteilung des Herzmuskels und die Darstellung von entzündlichen Veränderungen, Ödemen und Myokardschädigungen. Sie stellt damit einen wichtigen Bestandteil der modernen Diagnostik des inflammatorischen myoperikardialen Syndroms dar. Die neuen ESC-Leitlinien betonen ausdrücklich die zentrale Bedeutung der multimodalen Bildgebung mit besonderer Rolle der kardialen MRT.
Endomyokardbiopsie bei ausgewählten Patientinnen und Patienten
Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten besteht darüber hinaus die Möglichkeit einer Endomyokardbiopsie.
Insbesondere bei schweren, unklaren oder atypischen Krankheitsverläufen kann die Untersuchung von Herzmuskelgewebe wichtige Informationen über die zugrunde liegende Erkrankung liefern. Je nach Fragestellung können dabei histologische, immunhistologische und molekularbiologische Untersuchungen durchgeführt werden.
Die Entscheidung für eine Endomyokardbiopsie erfolgt individuell und unter Berücksichtigung des klinischen Gesamtbildes sowie der Ergebnisse der nicht-invasiven Diagnostik. Die aktuellen ESC-Leitlinien räumen der Biopsie insbesondere bei ausgewählten klinischen Konstellationen weiterhin eine wichtige diagnostische Rolle ein.
Interdisziplinäre Expertise
Die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Herzerkrankungen erfordert häufig die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Durch die enge Zusammenarbeit innerhalb des Herz- und Gefäßzentrums können klinische Befunde, kardiale Bildgebung, invasive Diagnostik und sportkardiologische Fragestellungen zusammengeführt werden. Bei komplexen Verläufen ermöglicht dies eine individuelle Beurteilung und eine an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ESC-Empfehlungen orientierte Behandlung.

Möglichkeiten der Kontaktaufnahme für Zuweiser und medizinisches Fachpersonal
Für eine unkomplizierte und schnelle Kontaktaufnahme – insbesondere für Zuweiserinnen und Zuweiser sowie externe Krankenhäuser – bieten wir folgende Wege an:
E-Mail für externe Anfragen: Endokarditis@segebergerkliniken.de
Siilo-Gruppe „Endokarditis“: Direkter, datenschutzkonformer Austausch über unsere Siilo-Gruppe.
Wir freuen uns ausdrücklich über frühzeitige Kontaktaufnahmen – sowohl bei begründetem Verdacht auf eine Endokarditis als auch bei komplexen Fragestellungen im Zusammenhang mit einer Myokarditis oder einem inflammatorischen myoperikardialen Syndrom.
Interdisziplinäre Expertise
Die Betreuung von Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Herzerkrankungen erfordert häufig die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen.
Durch die enge Zusammenarbeit innerhalb des Herz- und Gefäßzentrums können klinische Befunde, kardiale Bildgebung, invasive Diagnostik und sportkardiologische Fragestellungen zusammengeführt werden.
Bei komplexen Verläufen ermöglicht dies eine individuelle Beurteilung und eine an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ESC-Empfehlungen orientierte Behandlung.





