Schnelle Hilfe bei Brustschmerzen

Segeberger Kliniken für hohe Qualität in der kardiologischen Notfallversorgung ausgezeichnet

Druck oder Schmerzen in der Brust, Atemnot, ein plötzliches Engegefühl: Hinter solchen Beschwerden kann ein Herzinfarkt stecken. Dann zählt jede Minute. Die Chest Pain Unit (CPU) des Herz- und Gefäßzentrums der Segeberger Kliniken ist jetzt erneut von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifiziert worden. Damit bestätigt die Fachgesellschaft die hohen Qualitätsstandards der spezialisierten Einheit in der Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen und anderen kardiologischen Notfällen.

Die Chest Pain Unit (Brustschmerzeinheit) ist auf die schnelle Abklärung von Beschwerden im Brustbereich spezialisiert. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob ein Herzinfarkt oder eine andere akut lebensbedrohliche Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems vorliegt. Durch klar definierte Abläufe, kurze Wege und die enge Verzahnung mit der kardiologischen Intensivmedizin und dem Herzkatheterlabor können notwendige diagnostische und therapeutische Maßnahmen unmittelbar eingeleitet werden.

Schnelle Diagnostik kann Leben retten 

„Bei akuten Brustschmerzen geht es darum, keine wertvolle Zeit zu verlieren. Unser Anspruch ist deshalb, innerhalb kürzester Zeit eine zuverlässige Diagnose zu stellen und die notwendige Behandlung einzuleiten“, so Herr Prof. Dr. med. Holger Nef, Klinikdirektor und Chefarzt des Herz- und Gefäßzentrums. „Die erneute Zertifizierung zeigt, dass unsere Strukturen und Abläufe den hohen Anforderungen an eine moderne kardiologische Notfallversorgung entsprechen. Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das Sicherheit und eine Versorgung auf hohem medizinischem Niveau.“

Bereits beim Eintreffen der Patienten werden wichtige Untersuchungen eingeleitet. Dazu gehören unter anderem die Anfertigung eines EKGs, Blutuntersuchungen und eine kontinuierliche Überwachung der wichtigsten Vitalparameter. Je nach Befund stehen moderne bildgebende Verfahren und die Herzkatheterdiagnostik zur Verfügung. Wird ein akuter Verschluss eines Herzkranzgefäßes festgestellt, kann die notwendige interventionelle Behandlung unmittelbar erfolgen.

Moderne Medizin und eingespielte Strukturen

Die erneute Zertifizierung berücksichtigt nicht allein die medizinische Ausstattung, sondern auch die Qualität der organisatorischen Abläufe und die Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen. Die CPU ist eng mit der kardiologischen Intensivstation, dem Herzkatheterlabor und weiteren Bereichen des Herz- und Gefäßzentrums verbunden. 

Herr Prof. Dr. Dr. med. Stephan Fichtlscherer, stellvertretender Klinikdirektor des Herz- und Gefäßzentrums und Leiter der CPU, betont: „Eine Chest Pain Unit ist weit mehr als ein speziell ausgestatteter Bereich. Entscheidend sind vor allem klare Strukturen, standardisierte Prozesse und ein Team, das auch in zeitkritischen Situationen sicher und routiniert zusammenarbeitet. Die erneute Zertifizierung bestätigt, dass wir diese hohen Vorgaben erfüllen und unsere Versorgungsqualität kontinuierlich weiterentwickeln.“

Umfassende Versorgung bei akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das Behandlungsspektrum der Chest Pain Unit reicht über die Abklärung eines möglichen Herzinfarkts hinaus. Auch Patienten mit akuten Herzrhythmusstörungen, einer Lungenembolie oder einer Herzinsuffizienz werden hier versorgt. Bei Bedarf können Patienten direkt zur weiteren Behandlung in das Herzkatheterlabor oder auf die kardiologische Intensivstation übernommen werden. Damit ermöglicht die CPU eine engmaschige und durchgängige Versorgung vom ersten Verdacht bis zur weiterführenden Therapie.

Qualität ist ein kontinuierlicher Prozess

Die DGK-Zertifizierung ist an definierte Qualitätsanforderungen geknüpft und wird regelmäßig überprüft. Für die Segeberger Kliniken ist die erneute Auszeichnung daher nicht nur eine Bestätigung der bestehenden Versorgungsqualität, sondern zugleich Ansporn für die weitere Entwicklung.

„Medizinische Standards verändern sich, technische Möglichkeiten entwickeln sich weiter und auch die Ansprüche an eine moderne Notfallversorgung steigen. Deshalb verstehen wir Qualität nicht als statischen Zustand, sondern als fortlaufenden Prozess“, so Herr Prof. Fichtlscherer. „Unser Ziel bleibt, Menschen mit akuten Beschwerden schnell, sicher und nach dem neuesten Stand der Herzmedizin zu behandeln.“

Mit der erneuten Zertifizierung unterstreicht das Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken seine Rolle in der kardiologischen Akut- und Notfallversorgung der Region. Die Chest Pain Unit bildet dabei einen zentralen Baustein einer Versorgung, bei der im Notfall medizinische Kompetenz, moderne Technik und schnelle Entscheidungswege zusammenkommen. Die Expertise der spezialisierten Teams im Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken zeigt sich in mehr als 5.000 koronaren Herzkatheterbehandlungen, über 600 Herzschrittmacherimplantationen, 550 Herzklappenbehandlungen, etwa 500 herzchirurgischen Eingriffen und mehr als 1.100 Ablationen bei Herzrhythmusstörungen pro Jahr.

Bildunterschrift v.l.: Dr. oec. troph. Britta Kubera (Referentin Kardiologie), Dr. med. Wiebke Züllich (Oberärztin Kardiologie und Angiologie, Stellv. Leitung CPU), Oliver Kagerer (Pflegedirektor), Prof. Dr. med. Holger Nef (Klinikdirektor und Chefarzt Kardiologie und Angiologie), Mandy Igel (Bereichsleitung Pflege CPU), Prof. Dr. Dr. med. Stephan Fichtlscherer (Stellv. Klinikdirektor Kardiologie und Angiologie, Leitung CPU).